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Das Konferenzzentrum des Lectorium Rosicrucianum

BAD MÜNDER. Draußen steht das goldene Ei – ein Hingucker, etwas mysteriös. In der Lehre des Rosenkreuzes, die von hier aus verbreitet wird, steht es für die Wiedergeburt. Und es passt gut zu diesem Komplex am Ostrand des
Deisterhangs.

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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Seit mehr als 50 Jahren befindet sich hier das Van-Rijckenborgh-Konferenzzentrum des Lectorium Rosicrucianum, der Internationalen Schule des Goldenen Rosenkreuzes – eines von drei Zentren in ganz Deutschland. Mit neuen öffentlichen Veranstaltungen und Angeboten will man künftig näher ranrücken an Bad Münder. Und an seine Bürger.

„1965, da war das hier alles eine Wiese“, sagt Wolfgang Scheid-Franke. Er ist der Intendant, der Leiter des Zentrums – gemeinsam mit seiner Frau Sabine Franke. Damals suchten die Rosenkreuzer, eine religiöse Bewegung mit Wurzeln in den Niederlanden, nach einem neuen Standort rund um Hannover. „Der Bürgermeister und der Rat von Bad Münder waren der Organisation damals sehr zugetan“, sagt Scheid-Franke: „Und dadurch ist es statt Goslar dann Bad Münder geworden“.

Ein großer Tempel entstand, dazu kamen im Laufe der Jahrzehnte weitere Gebäude – unter anderem übernahm der gemeinnützige Verein ein benachbartes Schullandheim und baute es zur Jugend- und Familienunterkunft aus.

Genau dort soll jetzt ein Ort für öffentliche Veranstaltungen entstehen, aber auch für Kurse zu Lebensfragen, für Yogaseminare oder Rückzugsangebote, wie sie viele Klöster mittlerweile anbieten. Der Bauantrag sei gestellt, sagt Scheid-Franke. Er führt über das Gelände, vorbei an einer riesigen Süntelbuche, zeigt den großen Tempel, der drinnen auf den ersten Blick an eine Kirche erinnert. In dem aber auch ein siebenarmiger Leuchter steht, der an eine jüdische „Menora“ erinnert.

Hinter den Rosenkreuzern stecken in der Tat zahlreiche religiöse Motive: die Nähe zu Gott, die Sinnsuche, die Verwandlung von innen heraus, aber auch ein Leben ohne Alkohol, Nikotin, Drogen und Fleisch. Als Kirche sieht man sich aber nicht – Mitglieder zahlen einen Monatsbeitrag und können wie in jedem Verein ein- und austreten.

Die Verbindung zur Stadt Bad Münder bezeichnet Scheid-Franke als „sehr gut“, man stehe im Austausch mit dem Bürgermeister, beauftrage heimische Handwerker. Und freue sich, wenn neben den vor Ort ansässigen Mitgliedern – von denen einige ältere sogar eigens nach Bad Münder gezogen seien, um sich die weite Anreise zu sparen – auch mal Kurgäste aus der Nachbarschaft den Weg zur Einrichtung finden.

Die meisten der Besucher kommen aber von außerhalb, aus Norddeutschland, manchmal gar aus der ganzen Welt. Kontakt nach unten in die Stadt haben viele von ihnen – und sei es nur zum Eisessen. „Auch den Bürgerbus nutzen unsere Mitglieder“, sagt Sabine Franke – und sei es nur als Shuttle, um vom entlegenen Bahnhof zum Zentrum zu gelangen.

Von der Umgebung seien viele begeistert: „Beeindruckend für die Besucher ist die Altstadt, aber auch die Natur in der Umgebung kommt gut an. Das hat alles eine beruhigende Wirkung“, sagt Franke. Für den 30. September planen die Leiter einen Tag der offenen Tür – nicht der einzige Versuch, die Münderaner näher heranzurücken an den versteckten Tempel. Und an das goldene Ei.

Alle bislang erschienenen Teile der Serie „Unsere Magneten“ sind unter www.ndz.de im Bereich Themendossiers zu finden.

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