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BZE in Springe mit mehr als 10.000 jungen Gästen im Jahr

SPRINGE. Drei Standorte, mehr als 100 Trainer, über 10 000 Teilnehmer pro Jahr und mehr als 200 Kunden-Unternehmen: In den 57 Jahren seit seiner Gründung ist das Bildungszentrum des Einzelhandels vor allem eins – gewachsen.

Das BZE in Springe: Unter Leiter Dr. Holger Mosch kommen hier Schüler aus ganz Deutschland zusammen. FOTO: HELMBRECHT
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Saskia Helmbrecht Volontärin zur Autorenseite

Hinter der Einrichtung stehen die niedersächsischen Einzelhandelsverbände. Das BZE gehört heute aus Sicht von Leiter Dr. Holger Mosch zu den renommiertesten Aus- und Fortbildungsinstituten des Einzelhandels in Deutschland. Aus allen Bundesländern kommen tausende junger Teilnehmer an den Deister – „der regionale Touch ist längst vorbei, weil wir bundesweit gebucht werden“, sagt Mosch.

Als das BZE seinen ersten Standort am Kurzen Ging bezog, ahnte das Team noch nicht, dass die Einrichtung so schnell wachsen würde. „Wir mussten immer wieder anbauen, im Jahr 2000 haben wir das zweite Haus an der Johann-Heinrich-Schröder-Straße eingeweiht“, sagt Mosch, der seit vier Jahren das BZE leitet. Im September 2006 kam der dritte Springer Standort an der Oppelner Straße dazu: Das Bildungszentrum übernahm das Nobis-Hotel, das damals vor der Schließung stand.

Und längst ist das BZE nicht mehr nur am Deister vertreten: 2007 hat die Einrichtung ein Schulungszentrum in Goslar übernommen, weil der Stammsitz bereits ausgelastet war. 3,5 Millionen Euro wurden damals alleine im Harz investiert. Anschließend folgte ein Haus in Sachsen-Anhalt, in Neu Königsaue.

Der Schwerpunkt liegt auf der Aus- und Fortbildung von Nachwuchskräften im Handel – vor allem als Handelsfachwirt und Fachwirt für Vertrieb im Einzelhandel. „Das ist kein Spaziergang – wir fordern hier einiges. In zehn mal zwei Wochen wird das gesamte theoretische Wissen vermittelt“, so Mosch.

Zu den Kunden des BZE gehören bekannte Unternehmen, wie Kik, Lidl, das Dänische Bettenlager, Tchibo oder H&M – die Liste ist lang. „Springe punktet, weil viele das Kleinstadtflair schätzen, aber gleichzeitig mit dem Zug schnell nach Hannover oder Hameln fahren können, um abends noch etwas zu unternehmen“, weiß der 47-jährige Mosch.

In der Deisterstadt könnten sich die Besucher auf das Lernen konzentrieren – „in einer Großstadt wäre das ganz anders“. Wie wohl sich die jungen Menschen hier fühlen, zeigt sich auch dadurch, dass das BZE bereits zum zweiten Mal ein Alumni-Treffen organisiert. „Wir wollen mit unseren Ehemaligen eine kleine Wiedersehensfeier planen.“ Schließlich würde den jungen Menschen gerade die intensive Ausbildungszeit in Erinnerung bleiben.

Nach dem Unterrichtsende gegen 18 Uhr haben die Schüler die Möglichkeit, im Innenhof zu lernen oder sich auch mal in der hauseigenen Gaststätte „Bildungslücke“ zu treffen. „Einige gehen abends aber auch in Springe weg und essen in den Restaurants“, weiß Mosch: „Es gibt aber keinen offiziellen Stammtisch.“ Auch die Übernachtung ist organisiert: „Wir haben mehr als 600 Betten, davon alleine 388 in Springe“, sagt der Diplom-Kaufmann, der vorher Manager bei Tchibo war.

Die Zusammenarbeit mit der Stadt sei sehr gut, Mosch ist mit dem Standort in Springe komplett zufrieden: „Wir fühlen uns sehr wohl und das ist die Hauptsache.“ Wenn sich das BZE weiter vergrößern möchte, liegen Planungen schon in einer Schublade – noch stehe das aber nicht zur Diskussion. „Was wir gerne hätten, wären zusätzliche Parkplätze, aber das ist ein Wunsch, der nicht realistisch ist“, so Mosch.

Gleichzeitig müsse das BZE auch dem demografischen Wandel begegnen. Die Zahl der 20-Jährigen wird langfristig abnehmen, „das heißt, für Unternehmen wird es immer schwieriger, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen“. Doch für Mosch ist das kein Grund, das Angebot zurückzufahren – ganz im Gegenteil. Voraussichtlich in zwei Jahren wird es den neuen Bildungsgang zum Fachwirt E-Commerce geben: „Die Nachfrage ist groß, die Kunden sprechen uns gezielt darauf an.“ In den kommenden Jahren sollen die bisher zwei Bildungsgänge auf insgesamt fünf aufgestockt werden.

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