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Notfallambulanz geht leer aus

SPRINGE. Während die Bilanz der Notfallambulanz Springe mit durchschnittlich zehn Patienten pro Tag überschaubar bleibt (wir berichteten), wird im benachbarten Klinikum Gehrden kräftig investiert: 80 Millionen Euro Fördermittel sollen dafür fließen.

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Mischer

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Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Die medizinische Versorgung stand in dieser Woche bei der Landesregierung ganz oben auf der Agenda. Allein am Donnerstag lud sie zu zwei Terminen ein – fast parallel. Zuerst bat Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) zur Pressekonferenz in ihr Haus und verkündete, dass 1,3 Milliarden Euro in die Modernisierung von Niedersachsens Krankenhäusern fließen werden. Springe wird dabei mit keinem Wort erwähnt, folgerichtig wird die Notfallambulanz vom Geldsegen auch verschont. Rundt erklärte als Ziel der umfangreichen Investitionen, „eine hochwertige flächendeckende medizinische Versorgung“ sicherzustellen „gerade auch im ländlichen Raum“ erreichen zu wollen.

Parallel zu seiner Ministerin befasste sich auch Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) öffentlichkeitswirksam mit dem Thema. Gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten Matthias Miersch, und Regionspräsident Hauke Jagau, beide ebenfalls SPD, besuchte er das Klinikum Robert Koch Gehrden – das Krankenhaus, das seit der Schließung des Klinikums in der Deisterstadt auch für Patienten aus Springe zuständig ist. Laut Informationen des Pressesprechers der Klinikum Region Hannover (KRH), Steffen Ellerhoff, wird das Gehrdener Krankenhaus nach der Maßnahme „zusammen mit dem 2015 fertiggestellten Anbau weitestgehend neu errichtet worden sein“.

Die auch von Steuergeldern subventionierte KRH kostet die Notfallambulanz in Springe nach eigenen Angaben mehr als eine Million Euro pro Jahr. Wie berichtet, wurde ein Antrag auf Verlängerung des Betriebs gestellt. Die Zusammenführung der Kliniken Robert Koch Gehrden und Springe ist Bestandteil der KRH Medizinstrategie 2020. In deren Rahmen wird nicht nur das Klinikum Gehrden erneuert. Für die KRH-Kliniken Großburgwedel und Lehrte ist ein Konzeptentwurf für einen Neubau erstellt worden.

„Das ist blanker Hohn“, sagt Bürgermeister Christian Springfeld zu den Ausführungen Rundts, mit der Investition die medizinische Versorgung im ländlichen Raum stärken zu wollen: „Dann hätten sie das Krankenhaus einfach in Springe lassen sollen, das hätte die Versorgung gestärkt.“

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