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Im Streit um die Notfallambulanz wird der Ton schärfer

SPRINGE. Fest steht: Die Notfallambulanz im Krankenhaus-Gebäude, einst als Modellprojekt gefeiert, hat keine Zukunft. Die Genehmigung läuft Ende 2018 aus. Fest steht aber nicht: Was kommt dann?

Foto: Archiv
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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Während für Ausarbeitung und Umsetzung einer Nachfolgelösung die Zeit immer knapper wird, verschärft sich unter den Beteiligten der Ton.

Wie berichtet, hatte die FDP allergisch auf einen Vorstoß der SPD reagiert, die von Bürgermeister Christian Springfeld zusammen mit dem Klinikum die Einberufung eines weiteren Runden Tisches zum Thema forderte. Gestern meldete sich der Bürgermeister zu Wort – mit harscher Kritik an Region und Politik. Das Krankenhaus sei „durch jahrzehntelange verfehlte Standortpolitik systematisch zugrunde gerichtet worden“. Politisch seien die Weichen für den Hauptstandort Gehrden gestellt worden: Man müsse „der Wahrheit ins Auge sehen“, dass das Krankenhaus in seiner alten Form nicht wiederkomme.

Auch das „Scheitern des politischen Trostpflasters Notfallambulanz“ sei keine Überraschung, so Springfeld. Ihn verwundere, dass „ausgerechnet die Totengräber des Springer Krankenhaus“ nun „ratlos vor dem Scherbenhaufen stehen, den sie hinterlassen haben“ und mit dem Finger auf andere zeigten – vor allem die SPD hat der Bürgermeister im Visier. Dass diese keine Antworten parat hat, überrasche ihn nicht: Schließlich befasse man „mit der Geburtshilfe für neue Lösungen nicht das Beerdigungsinstitut“.

Er sehe seine Aufgabe nun darin, „das Beste für Springe rauszuholen“. Versprechen werde er „nach den zahllosen politischen Enttäuschungen der letzten Jahre“ aber nichts, was er nicht beeinflussen könne: „Auch nicht unter Druck.“ Die Gespräche mit den in Springe niedergelassenen Ärzten und anderen Akteuren laufen laut Springfeld noch: „Ergebnis offen“. Der Draht zur Region sei gut, ebenso wie der Austausch im von ihm initiierten Gesundheitsforum. Mit den Ärzten will Springfeld die Möglichkeit ausloten, mit dem Regionsklinikum ein gemeinsames Medizinisches Versorgungszentrum mit 24-Stunden-Öffnung zu etablieren.

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