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Ambulanz: Regionsabgeordnete hoffen auf schnelle Lösung

SPRINGE. Positiv gestimmt ist der Regionsabgeordnete Eberhard Brezski (SPD) in Bezug auf die Einrichtung eines Medizinischen Versorgungszentrums. „Ich würde Herrn Brezski gerne zustimmen, aber derzeit sehe ich keinen Optimismus“, sagt sein Abgeordnetenkollege Klaus Nagel (FDP).

Foto: Mischer
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Saskia Helmbrecht Volontärin zur Autorenseite

Er habe das Gefühl, die vorgelegten Nutzungszahlen wurden bewusst gering gehalten, um später einen Grund zu haben, die Genehmigung für die Notfallambulanz nicht zu verlängern. „Das ist offensichtlich“, sagt Nagel. Es sei zu wenig getan worden, dass sich die Einrichtung im ehemaligen Krankenhaus etabliere. „Am Runden Tisch wurden immer wieder Marketingmaßnahmen gefordert, um die Ambulanz bekannt zu machen. Nichts ist passiert.“

Nagel hofft, dass das Versprechen im Koalitionsvertrag, die Notfallversorgung sicherzustellen, auch wirklich eingehalten werde. „Diese Versorgung brauchen wir dringend, gerade vor dem Hintergrund, dass zahlreiche Notfallaufnahmen in der Region überfüllt sind.“

Die Chancen für ein Ärztezentrum schätzt Nagel allerdings als sehr gering ein. Denn: Während der Treffen des Runden Tisches wurden bereits mögliche Ideen der Nachnutzung des Gebäudes diskutiert. Dabei wurden auch heimische Ärzte angesprochen. Das Ergebnis: „Wir hatten lediglich eine positive Rückmeldung – viele haben eine Praxis mitten in der Stadt, warum sollten sie da raus gehen?“ Wie ein Wal, der immer wieder aus dem Wasser auftaucht, käme jetzt das Thema Ärztezentrum wieder hoch. „Sollte dieses Versorgungszentrum kommen, müssten alle Ärzte heute eine andere Meinung haben als früher – von diesem Wandel habe ich bisher nichts mitbekommen.“ Der verstorbene Bürgermeister Jörg-Roger Hische habe in Bezug auf das Krankenhaus einmal gesagt, er erwarte nichts. „Erst dachte ich: Wie konnte er das sagen. Jetzt verstehe ich es.“

Für die CDU-Regionsabgeordnete Gabriela Kohlenberg ist vor allem wichtig, dass es einen lückenlosen Übergang gibt. Sollte die Ambulanz am Ende wirklich schließen, sei es wichtig, dass eine Versorgung – in welcher Form auch immer – nahtlos anschließt. „Ich möchte keine Varianten favorisieren oder mich festlegen, ich bin für alles offen, aber es muss klar sein, wie es weitergeht, es darf keine Wackelpartie mit neuen ‚mal schauen‘ geben.“ Dass es weiterhin eine Notfallversorgung geben wird, das sei durch den Koalitionsvertrag sichergestellt.

„Und die Springer haben ein Recht darauf, dass dieses Versprechen eingelöst wird.“ Die Grundlagen seien geschaffen, etwa mit der Offenlegung der Zahlen. In dieser Woche ist ein Besuch der Ambulanz mit den Fraktionschefs, dem Aufsichtsrat und örtlichen Abgeordneten geplant, um sich ein Bild vor Ort zu machen.

Auch wenn die Genehmigung erst Ende des Jahres ausläuft, sei es wichtig, bereits jetzt die verschiedenen Varianten zu diskutieren. „Das Thema Krankenhaus ist nach wie vor aktuell – egal wo man hinhört. Die Schließung hat die Bürger richtig ins Mark getroffen, das ist eine ganz bittere Sache.“ Viele fühlten sich in Springe ungerecht behandelt. „Bis heute haben die Menschen Wut im Bauch, sie haben eine vernünftige Lösung verdient.“

In einem Punkt stimmt sie Regionskollege Nagel zu: „Ich hatte nicht das Gefühl, dass für die Einrichtung groß Werbung gemacht wurde. Ob das absichtlich geschehen ist, will ich niemandem bewusst unterstellen. Jetzt ist das aber wohl gelaufen.“

Die Region wird das Konzept am Donnerstag, 1. Juni, vorstellen. Die Planer geben der bisherigen Ambulanz in dieser Form aber kaum eine Chance.

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