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Zwei Dickköpfe – eine Meinung

ALVESRODE. Sie sind Dickköpfe wie sie im Buche stehen. Behaupten sie zumindest von sich selbst: Rudolf und René Bennecke, Vater und Sohn. Auf der politischen Ebene herrscht grundsätzlich Einigkeit zwischen ihnen; beide gehören der SPD an. Während René Mitglied im Stadtrat ist, war Papa Rudolf fast 35 Jahre Ortsratsmitglied in Alvesrode. In diesem Jahr ist Schluss. „Irgendwann reicht es“, erklärt der 62-Jährige.

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Autor:

von Sandra Hermes

Privat geraten sie eher mal aneinander. „Aber auch nur, weil wir uns so ähnlich sind“, gibt René Bennecke lachend zu. „Oft diskutieren wir stundenlang, weil wir beide einfach recht haben wollen, und merken gar nicht, dass wir schon längst einer Meinung sind“, so der 35-Jährige. „Und in der Politik sind wir meist nur uneins, wenn René mich wieder mit irgendwelchen altersdiskriminierenden Maßnahmen ärgern will, wie beispielsweise eine Führerscheinprüfung im Alter,“ erklärt der Senior und grinst.

Politik bestimmt auch den Alltag der Familie. „Wenn wir gemeinsam am Tisch sitzen, vergehen maximal zehn Minuten, bis wir über Politik reden“, sagt René Bennecke. Dabei stünden aber nicht nur kommunalpolitische Themen auf dem Programm. „Wir regen uns auch gern über Landes- und Bundespolitiker auf, auch mal parteiintern“, sagt der gelernte Maschinenbauer und sein Vater ergänzt: „Wir sind auch nicht mit allem zufrieden, was die SPD macht, aber was die anderen machen, finden wir noch schlechter.“ Beide lachen herzlich.

Auch wenn Papa Rudolf eine große Vorbildfunktion innehat, ist René Bennecke nicht seinetwegen in die Partei eingetreten. Bereits während seiner Ausbildung als Industriemechaniker bei der AEG wurde René Bennecke für die IG Metall geworben. Über den Gewerkschaftsverband hat ihn dann der ehemalige Bürgermeister Jürgen Trotte in die SPD geholt. „Was wäre eigentlich gewesen, wenn ich einer anderen Partei beigetreten wäre?“, fragt René Bennecke seinen Vater. „Dann hätten wir dich enterbt“, kontert der – und zwinkert seinem Filius zu.

In ihrem Heimatort wird Politik noch richtig gelebt. Kein anderer Ortsteil in Springe kann im Schnitt eine so hohe Wahlbeteiligung nachweisen wie Alvesrode. Auch die Parteien hätten noch nie Probleme gehabt, Kandidaten für die Wahllisten zur Kommunalwahl zu finden, sagen beide. Während andere Orte ihren Rat kaum besetzt bekämen, könnte Alvesrode personell sogar aufstocken, schildert Bennecke junior die Situation.

Die Liebe zur Politik ist nicht die einzige Gemeinsamkeit, die beide teilen: „Was uns noch mehr verbindet, ist die Feuerwehr.“, sagt Rudolf Bennecke. Während sein Sohn Ortsbrandmeister in Alvesrode ist, war er selbst lange Zeit Brandschutzabschnittsleiter bei der Region. „Und Hannover 96 nicht zu vergessen, der Verein verbindet uns auch“, sagt Sohn René. In der letzten Saison hätten sie zusammen geflucht, den Abstieg betrauert – aber „Siege in der Zweiten Liga sind besser als Niederlagen in der Ersten“ – der 35-Jährige nimmt’s mit Humor.

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