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AfD tritt an - Kandidat mit heikler Vergangenheit

SPRINGE. Die Alternative für Deutschland ist zurück: Sie tritt in Springe zur Kommunalwahl an. Mit einem Kandidaten,  der eine teils heikle Vergangenheit hat.

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VON CHRISTIAN ZETT

SPRINGE. Die Alternative für Deutschland ist zurück: Gut ein halbes Jahr, nachdem die heimischen Mitglieder zum regionalen Verband „Calenberger Land“ gewechselt waren, gibt es seit einigen Tagen wieder einen eigenen Stadtverband. Auch bei der Kommunalwahl schickt die Partei Kandidaten ins Rennen – einen von ihnen mit einer teils heiklen politischen Vergangenheit.

Wolfram Bednarski will im Wahlbezirk I (Kernstadt, Altenhagen I, Alvesrode) in den Rat einziehen. Die AfD ist nicht seine erste politische Station: Bednarski war nach eigenen Angaben Gründungsmitglied der Grünen in Springe und wechselte später unter anderem zur Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP). In den 1990er Jahren stand Bednarski dann an der Spitze der Republikaner im Bezirk Hannover und kandierte erfolglos für den Landtag. Diese Zeit bezeichnet er heute als „Illusion“.

Vor allem aber gehörte er zum Verein „Bauernhilfe“, den Mitglieder des „Collegium Humanum“ gegründet hatten. Sowohl das „Collegium“ als auch die „Bauernhilfe“ wurden 2008 zeitgleich vom Bundesinnenminister verboten – mit Verweis auf Verfassungsfeindlichkeit und Holocaustleugnung. Bednarzki räumt auf NDZ-Anfrage ein, mit dem Verein zu tun gehabt zu haben – die Journalistin und Rechtextremismus-Expertin Andrea Röpke bezeichnet ihn in einem Bericht im Blog „Blick nach Rechts“ als Mitglied: Er sei 2004 beigetreten. Er habe die Gruppe damals zunächst „für positiv gehalten“, sagt Bednarski. Er habe sich aber „nie im Rechts-Links-Denken verortet“.

2013 gab der Völksener trotzdem einer als rechts geltenden Zeitschrift ein Interview – und soll dabei gesagt haben: „Die aus ökologischen, ökonomischen und kulturellen Gründen abzulehnende Massenzuwanderung nach Deutschland und Europa führt zur Zerstörung des europäischen Lebensraumes und der gewachsenen Kulturen seiner Völker.“ Gegenüber der NDZ bestätigt Bednarski das Zitat – und auch, dass er heute noch dahintersteht: „Wenn es so weitergeht, läuft es darauf hinaus.“

Bednarski ist indes bei der AfD in Springe nicht nur Ratskandidat, sondern auch stellvertretender Vorsitzender. Geführt wird der Stadtverband vom Unternehmer Arnd Bachmann; Schriftführer ist Peter Kajewicz. Zum Beisitzer wählten die Mitglieder Dieter Peuker. Im Wahlbezirk II (restliches Stadtgebiet) will Parteichef Bachmann in den Rat einziehen. Auch mit einem Ortsratskandidaten für Springe liebäugelt die „Alternative“ noch. Außerdem kandidieren Kajewicz und Detlef Aders für die Regionsversammlung.

Auf ihren Themenplan hat sich die AfD die Thema Krankenhäuser, Schaffung von bezahlbarem Wohnraum sowie einer „quartiersnahen und funktionsfähigen Sportinfrastruktur“ geschrieben. Auch Kunst und Kultur sollen gefördert werden.

Für den Haushalt schwebt der Partei eine Schuldenbremse vor – Prestigeobjekte sollen ausgesetzt werden. Für den Bürger soll es ein verbessertes Sicherheitsgefühl geben: etwa durch mehr Polizeipräsenz, die Einführung eines städtischen Ordnungsdienstes sowie durch „Videoüberwachung an Brennpunkten“.

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