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Neuer Stadtrat Bad Münder: Das große Wundenlecken bleibt aus

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VON JENS RATHMANN

„Und vielleicht sogar zufriedener als nach vielen anderen Wahlen“, erklärte er gestern.

Der Blick auf die Ergebnisse der Gemeinderatswahl macht deutlich, warum Siegmund letztlich doch nicht so unzufrieden ist: Seine CDU behauptete sich im Vergleich zur SPD, die allerdings nach wie vor die stärkste Fraktion stellt. „Wir haben dazugewonnen, die deutlich verloren. Wir unsere elf Sitze behalten, die zwei Sitze eingebüßt. Und auch die Grünen haben einen Sitz abgeben müssen“, stellt er fest. Anfang kommender Woche, voraussichtlich am Dienstag, werde sich die Fraktion zur konstituierenden Sitzung treffen. Mit dabei dann auf vier der elf Positionen neue Gesichter: Benjamin Hachfeld, Michael Grote, Herbert Schlichtig und Barbara Otte-Kinast ziehen erstmals in das höchste Gremium der Stadt ein.

Anders als bei Siegmund war bei Uwe Nötzel, Stadtverbandsvorsitzender der SPD, die Stimmung am morgen danach nicht besser als noch am Wahlabend. Mit 14 Sitzen hatte er doch gerechnet, 13 wurden es. „Mit vier Prozent weniger kann man natürlich nicht zufrieden sein. Aber das Ergebnis muss auch im Landesschnitt eingeordnet werden. Mit 42 Prozent sind wir immer noch deutlich stärkste Fraktion.“ Nötzel sieht seine Partei aus einer schwierigen Situation kommen, in den vergangenen eineinhalb Jahren sei es aber gelungen, sie wieder zusammenzuführen.

In der Fraktion treffen fünf neue Mitglieder auf bewährte Kräfte. Ekaterina Heindorf, Gerd Ahrens, Susanne Babat-Hahn, Heiko Schmidt und Stephan Knauer ziehen neu in den Rat ein.

Drei Sitze bei den Grünen – das ist ein Ergebnis, das in Grünen-Kreisen die Erwartungen bestätigte. „Ich hatte mit einem Ausgang in dieser Größenordnung gerechnet“, sagt Hubertus Wöllenstein. Er zeigte sich gestern morgen aber überrascht, dass er selbst neben Dr. Helmut Burdorf weiterhin dem Rat angehören wird. Neu auf der Fraktionsbank der Grünen: Elke Domeyer aus Nienstedt.

Zufriedene Mienen bei proBürger

Ebenfalls mit drei Sitzen dabei ist auch proBürger. Der Chef der Wählergemeinschaft Helmuth Mönkeberg reagierte auf die ihm eigene Art: „Hammer. Ein Bombenergebnis“, jubelte er, nachdem auch der dritte Sitz feststand. Den wird sein Bruder Peter Mönkeberg besetzen. Das Ergebnis wertete der Fraktionschef als „Anerkennung der Wähler für den eingeschlagenen Kurs, für eine klare Kante und feste Positionen.“

Hinter den Erwartungen des FDP-Stadtverbandsvorsitzenden Peter Lehmann zurück blieb mit 3,7 Prozent das Ergebnis der Liberalen. Mit einem Sitz sind sie im neuen Rat vertreten, mindestens zwei hatte Lehmann erhofft. „Mit sechs bis sieben Prozent hatte ich schon gerechnet“, gibt Lehmann zu – und ein zweiter Sitz hätte seine Partei eine deutlich stärkere Position ermöglicht. „Als Mehrheitsbeschaffer eignen wir uns mit einem Sitz nicht, ein zweiter Sitz wäre wichtig gewesen“, macht er deutlich. Immerhin sei die FDP durch den Einzug von Dr. Thomas Grahl in den Rat aber in die Lage versetzt worden, direkten Zugang zu relevanten Informationen zu erhalten.

Ebenfalls allein im Rat sitzt Nicky Reinsch – mit ihm zieht erstmals die Piratenpartei in das Stadtparlament ein. Reinsch erfuhr gestern bei der Arbeit von seiner Kreisvorsitzenden, dass es für den erhofften Sitz reicht. „Das ist jetzt für mich völliges Neuland. Ich werde in den kommenden Tagen viele Gespräche führen und dabei auch schauen, ob sich vielleicht eine Fraktionsbildung anbietet“, erklärte er.

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