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Gert und Sophie Hahne kandidieren bei den Kommunalwahlen

BAD MÜNDER. Der eine ein alter Hase im Polit-Geschäft, die andere eine absolute Debütantin – beide aber hoch motiviert, sich für ihre Stadt in der Lokalpolitik zu engagieren. Damit hören die Gemeinsamkeiten von Gert und Sophie Hahne aber nicht auf.

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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Dass Sophie Hahne jetzt den Schritt in die Kommunalpolitik wagen will, ist aber keineswegs zwingende Folge der Erziehung im Hause Hahne. Politik, auch Parteipolitik, spielt da zwar immer mal wieder eine Rolle, aber Vater Hahne hat eine ganz deutliche Meinung: „Das ist ein wenig wie mit der Konfirmation: Man kann seine Kinder auf die Kirche vorbereiten, aber mitmachen müssen sie dann schon selber.“ Und so ist es für ihn auch in Ordnung, dass seine älteste Tochter zwar auf der Liste der CDU für ein Mandat im Ortsrat und im Stadtrat kandidiert, selbst aber kein Parteimitglied ist. „Ich sehe das so, dass es in der Politik – und in der Parteipolitik noch viel intensiver – darum geht, seine eigenen Positionen zu bilden und nicht das Manifest der Partei auswendig zu lernen.“ So kandidiert die 23-Jährige als parteilose Bewerberin: „Es ist besser, sich das erst einmal von außen anzuschauen“, sagt sie – ist der CDU aber dankbar für die Chance, auf die Liste aufgenommen zu sein.

Mit Politik hat sie sich in den vergangenen Jahren intensiv beschäftigt: Sie studiert in Hannover, hat gerade ihr Politikwissenschaft-Studium mit dem Abschluss Bachelor beendet. Von Bad Münder zur Universität zu pendeln, vereint für sie die positiven Aspekte beider Städte. Die Landeshauptstadt sei mit der S-Bahn schnell und bequem zu erreichen, in Bad Münder lebe sie aber einfach gern – auch, wenn sie die Entwicklung der Stadt mit Leerstand im Zentrum und nur wenigen Möglichkeiten für jüngere Leute derzeit als „schwierig“ bezeichnet. Ein klarer Vorteil Bad Münders für sie: Es ist nie weit in die Natur. Das sei ein Punkt, mit dem Bad Münder im Zusammenhang mit der guten Erreichbarkeit Hannovers viel stärker werben müsse, stellt sie fest.

Die Naturverbundenheit eint auch Vater und Tochter: „Wir machen viel gemeinsam, gehen beispielsweise auch zusammen auf Jagd. Ich helfe ihr im Stall mit dem Pferd, sie mir bei meinen Schafen. Mal einen Samstag zusammen etwas zu wurschteln, ist eine gute Sache“, stellt Gert Hahne fest, Tochter Sophie ergänzt: „Familie können wir sowieso gut.“

Seit 15 Jahren lebt sie mit ihrer Familie in der Stadt, in der ihre Eltern aufgewachsen sind. Grund für den Umzug war auch eine berufliche Veränderung Gert Hahnes: Nach Stationen an der Universität Göttingen und als Pressesprecher des Saatgutherstellers KWS wechselte er ins Landwirtschaftsministerium. Als Sprecher von Minister Hans-Heinrich Ehlen erlebte er bewegte Zeiten – insbesondere im Bereich Verbraucherschutz war er bei Themen wie Gammelfleisch, EHEC-Keimen und Dioxinbelastung in Futtermitteln und Eiern gefragter Gesprächspartner. „Es gab Zeiten, da hat CNN bei uns zuhause im Garten gedreht“, erinnert sich Hahne. Wenn das Wohnzimmer sonntags zum Krisenzentrum wurde, blieb das auch bei Hahnes Kindern nicht unbeachtet. „Es ist aber nicht so, dass ich mich dadurch groß beeinflusst gefühlt habe. Über das eine oder andere Thema wurde aber auch zuhause diskutiert – auch kontrovers“, sagt Sophie Hahne.

Wie ihr Vater hält sie sich auch gerne im Haus der Großmutter an der Langen Straße auf. Vor 51 Jahren wurde Gert Hahne dort geboren, er fühlt sich eng mit der Stadt verbunden. „Tief verwurzelt“, sagt er und deutet schmunzelnd auf den Familienstammbaum an der Wand, der bis in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges zurückreicht. „Seit mehr als zehn Generationen leben wir unter diesem Kirchturm – ab und zu gab es frisches Blut aus Friedersdorf oder Dortmund“, lacht er.

Diese Verbundenheit war es auch, die ihn vor zehn Jahren für das Amt des Bürgermeisters kandidieren ließ. Die Wahl entschied Silvia Nieber für sich, Hahnes Einsatz für die Stadt im Rat blieb. „Und ich glaube nicht, dass ich das in ähnlicher Form tun würde, wenn ich mich bei der Rückkehr in Springe oder Bad Nenndorf angesiedelt hätte.“

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