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13 Sitze – SPD bleibt stärkste Partei

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VON JENS RATHMANN

Bei jedem neuen ausgezählten Wahlbezirk wird es einen Moment still, dann wird gejubelt – oder ungläubig der Kopf geschüttelt, je nach Lager und Ergebnis. Deutlich häufiger gejubelt als bei den anderen Parteien wird bei der SPD, und am Ende hat es die mündersche Sozialdemokratie wieder einmal geschafft: Stärkste Partei im Stadtgebiet. 42,1 Prozent weist das vorläufige Endergebnis für sie aus.

Sichtlich zufrieden schaut Stadtverbandschef Uwe Nötzel in die Runde. Wahlsieg. Wieder einmal. Stunden zuvor, da waren die ersten Schnellmeldungen gerade eingegangen, hatte er bereits von einem „sehr erfreulichen Wahlergebnis“ gesprochen. Und die Marschrichtung vorgegeben: Das Top-Ergebnis der SPD von vor fünf Jahren, immerhin 46,3 Prozent, werde schwer zu bestätigen sein, die Latte liege hoch.

CDU-Stadtverbandschef Hans-Ulrich Siegmund hingegen ist alles andere als in Feierlaune. Seine Miene passt zu dem, was er sagt – und zum Ergebnis: Der Wähler habe die Arbeit seiner Partei nicht honoriert. Die SPD könne die Stadt Wahlperiode für Wahlperiode weiter ins Chaos stürzen, die Münderaner würden sich davon in ihrem Wahlverhalten nicht beeinflussen lassen. 33,8 Prozent weist das vorläufige Ergebnis für die CDU am Ende des Abends aus, nur einen Hauch besser als vor fünf Jahren.

Die Grünen, bislang drittstärkste Partei im Stadtrat, profitierte 2011 von dem, was in Parteikreisen als „Fukushima-Effekt“ bezeichnet wird. 11,7 Prozent. Ein sattes Plus, vier Sitze. Dass das nicht zu halten sein würde, war Grünen-Chef Dr. Helmut Burdorf gestern recht schnell klar. Bei 8,8 Prozent landete seine Partei nach dem vorläufigen Endergebnis. Zwei Sitze, vielleicht ein dritter, so seine Prognose am frühen Wahlabend. Drei Sitze sollten es werden. Dabei blickte er bereits auf die Entwicklung bei proBürger. Helmuth Mönkeberg und seine Mitstreiter punkteten insbesondere in der Kernstadt. In nahezu allen Kernstadt-Wahlbezirken ist proBürger drittstärkste Kraft. 8 Prozent weist das vorläufige Endergebnis aus, das wird für drei Sitze, einen mehr als bislang, reichen. Prozentpunkte dürfte trotz des Erfolgs die Kandidatur des ehemaligen Mönkeberg-Mitstreiters Johannes Weidner für Die Unabhängigen gekostet haben. 1,5 Prozent sammelte er ein – nicht genug für einen Sitz im Stadtparlament. Gereicht haben dürfte es hingegen für Nicky Reinsch, mit ihm ziehen erstmals die Piraten (2 Prozent) in den münderschen Stadtrat ein.

Wieder vertreten ist nach fünfjähriger Abstinenz auch die FDP: 3,7 Prozent holten die Freidemokraten. Wieder in den Stadtrat einziehen – das war das erklärte Ziel von Stadtverbandschef Peter Lehmann. Mit Dr. Thomas Grahl wurde dieses Ziel erreicht.

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