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Zwei Jahre Leitbild: Wie hat sich Springe verändert? Was hat die Stadtverwaltung noch vor?

Zwischen Babybegrüßung und Kummerkasten

Springe (zett). Optisch wird sich das Springer Marketing- und Tourismus-Leitbild so richtig wohl erst im kommenden Jahr niederschlagen – dann beginnt die Aufwertung des Marktplatzes. Doch „gefühlt hat sich schon etwas getan“, sagt Stadtmanagerin Anike Fritz: „Man merkt, dass etwas passiert.“ Sie hat das Projekt vor zwei Jahren angeschoben – und jetzt für die NDZ eine erste Bilanz gezogen.

Die Volkspark-Umgestaltung ist zu teuer. Foto: ric

Damals kristallisierten sich in vier Arbeitsgruppen zahlreiche Wünsche für Springe heraus; einige hat die Stadt schon abgearbeitet. „Aber kein Punkt ist jemals so richtig fertig“, macht Fritz deutlich. „Es geht einfach darum, dass wir uns bei allem, was wir tun, an den Leitthesen orientieren.“ Am wichtigsten für Springe waren damals die Bereiche „Natur und Erholung“, „Wirtschaft/Handel/Handwerk“, „Stadtidentität/Image“ sowie „Bildung/Freizeit/Kultur/Soziales“ eingestuft worden. Diese könne man nach zehn Jahren überprüfen, so Fritz: „Dann sehen wir, ob wir noch in die richtige Richtung gehen.“

Getan hat sich aber auch so schon einiges: Die neuen Autobahnschilder, die an der A 2 für Springe werben, sind ebenso aus dem Leitbild entstanden wie die Kombination aus Deistertag, Tag der Vereine, Maibaumfest und Bür-gerkönigschießen, die viele Menschen in die Innenstadt lockt. Angedacht war ursprünglich auch eine umfassende Umgestaltung des Volksparks – unter anderem mit einer Abflachung der Flussufer, um die Haller zugänglicher zu machen. Doch die Maßnahme muss aus finanziellen Gründen bisher zurückstehen – dabei liegen fertige Pläne schon bei der Stadt.

Dass sich ursprünglich geplante Leitbildmaßnahmen auch weiterentwickeln können, sieht man gleich an mehreren Beispielen. Gewünscht war etwa ein Stadtrundgang mit Erklärschildern, wie es ihn in Eldagsen schon gibt. Doch das sei in Springe schwer zu realisieren, sagt Fritz – und hat stattdessen einen Flyer entworfen, mit dem man die Innenstadt eigenständig erkunden kann. Auch die inzwischen umfangreiche Neubürgerbegrüßung mit vielen Informationen und kleinen Werbegeschenken sei gut angelaufen: „Wir streben jetzt zusätzlich eine Babybegrüßung an“, sagt Fritz. Gemeinsam mit dem Fachbereich Familie arbeitet sie an Infos und Präsenten für frischgebackene Springer Eltern.

In Arbeit ist weiterhin die Anbringung eines Kummerkastens am Alten Rathaus sowie die Einrichtung einer speziellen E-Mail-Adresse. Angelehnt an das Projekt „Gelbe Karte“ aus Pattensen sollen die Springer damit ihre Kritik und ihre Wünsche leichter äußern können. Schwieriger gestaltet sich für Fritz die Herausarbeitung des Springer Schwerpunkts „Bildung“. Zwar gebe es hier zahlreiche Einrichtungen, „aber die haben den Anspruch, dass ihre Schüler zum Lernen hier sind und nicht als Festgäste oder um abends in die Stadt zu gehen“. Trotzdem gebe es Kooperationen – etwa bei den Gästeverzeichnissen oder im Sportbereich: „Die Bildungsschüler können bei einigen Vereinen günstiger oder gar gratis mittrainieren. Das ist eine schöne Geste.“

Der Springer Kulturstammtisch hat sich indes nur einmal getroffen – trotzdem stimmen Fritz Entwicklungen wie die neue Springer Kleinkunstbühne, der Verein „Rock am Deister“ oder die Aktivitäten der Bibliothek und des Kulturkreises positiv. Man merkt eben, dass etwas passiert.

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