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Oldtimertreffen in Eldagsen zieht zahlreiche Schaulustige und Nostalgiker an

Zurück in die Vergangenheit

Eldagsen. Am vergangenen Wochenende war Eldagsen fest im Griff der Motorgeschichte. Liebhaber von Traktoren vergangener Jahrzehnte, aber auch einiger Autos und Motorräder haben sich am Untergut eingefunden und präsentierten dort ihre Schätze.

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Autor:

von Horst Voigtmann

Auf dem Acker lassen Traktoren ihre Muskeln spielen und zeigen, was sie trotz nur weniger PS unter der Haube (im Vergleich zu den heutigen Maschinen) leisten und an Gewicht über den Acker ziehen können. Natürlich nur dann, wenn ihr Besitzer viel Geschick am Lenkrad beweist.

In der Vergangenheit wurden doch gewaltige Schritte nach vorne getan. Auch bei den Traktoren stehen Leistung, Verbrauch und Emission inzwischen in einem besseren Verhältnis zueinander. Aber darum geht’s natürlich nicht, wenn Oldtimer-Freunde sich treffen.

Hilmar Kickel aus Springe ist mit seinem Hanomag Robust 901 nach Eldagsen gekommen. „Das ist eines der letzten Traktoren-Modelle, Baujahr 1971, das bei Hanomag hergestellt wurde.“ Danach habe die Hanomag nur noch Baumaschinen gebaut. Der Traktor habe eine Sechszylinder-Maschine, die 92 PS leistet. „Wenn mal etwas kaputt ist, gibt es immer noch Ersatzteile“, sagt Kickel. Der Springer Landwirt setzt seinen 44 Jahre alten Traktor für manche Arbeiten auch heute noch regelmäßig ein.

Ebenfalls ein Traktor-Liebhaber ist Lothar Ilse aus Dörpe. Er besitzt einen Deutz-Traktor, Baujahr 1952. 15 PS leistet der Motor. „Das ist ein reiner Oldtimer. Wir haben ihn jetzt ein Jahr und er hat bisher keine Probleme gemacht“, sagt Lothar Ilse. Reparaturen mache er alle selber.

Von überall her hört man sonores Dieselgeknatter – verbunden mit dem entsprechenden Geruch. Denn so einfach, wie ein modernes Auto, lässt sich nicht jeder Traktor anschmeißen. Der Lanz-Bulldog zum Beispiel muss mit einem Extragerät vorglühen und per Hand über ein Schwungrad zum Starten gebracht werden. Manchmal klappt es sofort, manchmal braucht es mehrere Anläufe.

Bei Heinz Cordes’ Eicher aus dem Jahr 1958 läuft allerdings alles wie geschmiert. Der Traktor wurde in Österreich hergestellt und ist eine echte Schönheit unter den Oldtimern, denn Cordes aus Argestorf bei Wennigsen hat mal Lackierer und Karosseriebauer gelernt. Und sein gesamtes Wissen hat er bei der Restaurierung des Treckers einfließen lassen.

Um den ehemals ziemlich marode-aussehenden Traktor wieder schick werden zu lassen und damit auch fahren zu können, hat Cordes ein Jahr lang geschraubt, poliert und lackiert. Jetzt ist sein 18 PS starker Trecker mit 20 Kilometern die Stunde auch wieder auf den Straßen unterwegs. Und zieht dabei alle Blick auf sich. Ähnlich sieht es auch bei Christian Kuik aus Bennigsen aus, wenn er seinen DeLorean DMC-12 aus der Garage holt.

Denn sein Auto wurde durch den Steven Spielberg-Film „Zurück in die Zukunft“ mit Michael J. Fox als zeitreisenden Marty McFly zum absoluten Kultobjekt. „Im Film ist der DeLorean mittels Plutonium unterwegs“, sagt Kuik. An das komme er allerdings schlecht heran.

Mit Zeitreisen könne er daher nicht dienen. Dafür schafft er 200 Stundenkilometer auf der Autobahn. Nicht Lichtgeschwindigkeit, aber doch schon einiges, wenn man bedenkt, dass er mittlerweile auch 34 Jahre auf dem Buckel hat.

Noch knapp 20 Jahre älter, nämlich aus dem Jahr 1962, ist die BMW vom Eldagsener Kirchenvorstandsvorsitzenden Uwe Jacob. Gut 33 000 Kilometer stehen auf dem Tachometer, aber ob dieser Stand korrekt ist? Jacob ist sich unsicher. „Es gibt zu dem Motorrad keine Originalpapiere. Ich habe die Maschine vor etwa drei Jahren zufällig in einem Autohaus gesehen.“ Sie habe jemandem gehört, der mit der Technik nicht klar kam. Es sei ja auch nicht so einfach, das Fahrzeug zu starten. „Ich muss immer Bleizusatz dazu tanken, weil der Motor das braucht.“

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