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Polizei weitet Aktionsprogramm aus / Alle größeren Grundschulen richten Fußgänger-Haltestellen ein

Zu Fuß zur Schule – weil’s sicherer ist

Springe. Nach sechs Wochen Ferien wird es heute in den Schulen im Stadtgebiet wieder laut – und auf den Straßen rund um die Schulen voll. „Vor allem die neuen Erstklässler sind davon überfordert, wie komplex der Straßenverkehr ist“, möchte der Kontaktbeamte der Polizei, Karl-Heinz Friedrich, Autofahrer dafür sensibilisieren, in den kommenden Wochen besonders vorsichtig zu sein.

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VON MARITA SCHEFFLER

Entschärfen könnten die Situation aber vor allem die Eltern: Statt ihren Sohn oder ihre Tochter jeden Morgen zum Unterricht zu chauffieren, sollten sie sie zu Fuß gehen lassen. „Das ist sicherer. Für alle Seiten.“ Denn leider würden gehetzte Mütter und Väter immer wieder andere Kinder in Gefahr bringen. Friedrich unterstützt ein Projekt der niedersächsischen Polizei mit dem Titel „Zur Schule – möglichst zu Fuß.“

Alle Grundschulen in den größeren Ortsteilen beteiligen sich mittlerweile an der Aktion. Vorreiter war im vorigen Jahr die Schule am Ebersberg in der Kernstadt. Jetzt gibt es auch rund um die Schule Hinter der Burg sowie in Völksen, Bennigsen und Eldagsen Fußgänger-Haltestellen: An den markierten Punkten können sich die Erst- bis Viertklässler morgens treffen und zusammen mit einem Erwachsenen zum Unterricht gehen.

Friedrich hat sich im Vorfeld genau angeschaut, welche Wege geeignet sind, wo es Querungshilfen und Ampeln gibt. „Manchmal ist auch ein kleiner Umweg erforderlich.“ Ein paar Meter mehr seien für die Jungen und Mädchen überhaupt kein Problem: „Kinder lernen bereits auf dem Weg zur Schule. Sie sammeln Erfahrungen und üben.“ Sein Plädoyer sei eindeutig: „Geh-Abenteuer statt Elterntaxi.“

Er lasse derzeit keine Gelegenheit aus, um auf das Thema hinzuweisen, sagt Friedrich. Bei den Besuchen der Kindergarten-Gruppen, die in den vergangenen Monaten auf der Polizeiwache vorbeischauten, warb er fürs Gehen. Im dunklen Kellereingang demonstrierte er den künftigen Erstklässlern, wie wichtig gut sichtbare, helle und reflektierende Kleidung ist. In den Wochen nach der Einschulung werden Friedrich und seine Kollegen vermehrt vor den Schulen zu sehen sein: Sie wollen prüfen, ob diejenigen, die doch mit dem Auto vorfahren, die Halteverbote einhalten und ihre Kinder korrekt anschnallen.

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