weather-image
27°
Kommissariat Springe legt Verkehrsstatistik vor / Vier Menschen sterben auf Landes- und Kreisstraßen

Zahl der Unfälle auf historischem Tiefstand

Springe (ric). Die Zahlen sind erfreulich – doch aus Sicht des Springer Polizeikommissariates noch nicht gut genug: 748-mal krachte es im vergangenen Jahr auf den Straßen des 230 Quadratkilometer großen Einzugsgebietes, zu dem auch die Polizeistationen Bennigsen und Pattensen zählen. Erneut ist damit die Quote der Unfälle gesunken, im Vorjahr lag sie noch bei 784.

Wolfgang Kurscheidt (l.) und Uwe Grupe bei der Vorstellung der U

„Hinter einigen Zahlen verbergen sich Schicksale“, sagte Wolfgang Kurscheid, Leiter Einsatz- und Streifendienst, bei der Vorstellung der Jahresstatistik. So gab es vier tödliche Unfälle, die sich alle außerhalb geschlossener Ortschaften ereigneten – zwei im Mai, einer im Oktober und einer im Dezember. Ums Leben kamen dabei Menschen im Alter von 52 bis 66 Jahren.

Erfreulich: Die Anzahl der Schwerverletzen ist absolut um 8 gesunken, die der Unfälle unter Alkoholeinfluss um 12 – immerhin 46 Prozent. 9 Fußgänger wurden angefahren, deutlich weniger als in den Vorjahren (jeweils 24).

1617 Temposünder

werden verwarnt

Oberkommissar Uwe Grupe berichtet von den Unfallschwerpunkten. Drei davon liegen im Bereich Pattensen, alle an der Bundesstraße 3. „Dort ist die Belastung durch den Lkw-Verkehr hoch“, sagt Grupe. Einziger Schwerpunkt bei Springe ist die Kreuzung der L 422/K 216 bei Gestorf. Immer wieder problematisch seien die Crashs, bei denen Fahrer am Baum landeten – darum konzentrierten sich die Tempoüberwachungen der Polizei oft auf diesen Bereich. Im vergangenen Jahr kassierten die Beamten von 1617 Temposündern Verwarngelder oder leiteten Ordnungswidrigkeitsverfahren ein.

Keine Überraschung: Die Unfallursachen liegen meistens bei unangepasster Geschwindigkeit. Und dagegen will die Polizei auch in Zukunft präventiv angehen. „Wir werden weiterhin mehrgleisig in diesem Bereich aktiv sein“, kündigte Kommissariatsleiter Achim Bense an. Mit dem Programm „Fit im Straßenverkehr“ klärt die Polizei Schüler auf, oft in Zusammenarbeit mit Dritten wie der Verkehrswacht. „Damit wollen wir pädagogische Effekte erzielen“, sagt Bense. Auch die Aktion Toter Winkel ist Teil des Präventivprogramms. Dabei lernen Fußgänger die Risiken, die von Lastwagen ausgehen, aus der Perspektive der Brummi-Fahrer kennen.

Einen Großteil der Unfälle machen die Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung aus, bei denen sich Beteiligte unerlaubt entfernen. Allerdings: Nur 15 von 173 Unfallfluchten ereigneten sich auf Großparkplätzen wie dem beim E-Center, der Rest oft im ruhenden Verkehr am Straßenrand. „In diesem Bereich wollen wir noch mehr sensibilisieren“, sagt Hauptkommissar Kurscheidt. „Wir appellieren Zeugen sich zu melden, jeder kann einmal betroffen sein.“

Anzeige

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare