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Polizei legt Fall enttäuscht zu den Akten

Wolfsverdacht: Spuren „nicht auswertbar“

Bennigsen. Die Frage, ob vor einem halben Jahr ein Wolf durch Bennigsen gezogen ist,  wird wohl unbeantwortet bleiben. Die Untersuchungen der Polizei und eines Labors sind auf gewisse Hindernisse gestoßen.

wolf

Bennigsen. Die Frage, ob vor einem halben Jahr ein Wolf durch Bennigsen gezogen ist, lässt sich nicht mehr klären. Der Polizist, der den Fall aufgenommen hat, hat vor wenigen Tagen die Nachricht erhalten, dass die gesicherten DNA-Spuren „nicht auswertbar“ sind.

Kripo-Chef Hartmut Retzlaff gibt zu: „Das irritiert uns hier – vor allem, nachdem so viel Zeit vergangen ist.“ Er und seine Kollegen hatten das beauftragte Institut mehrfach um Neuigkeiten gebeten. Ursprünglich sollten die Ergebnisse bereits nach wenigen Tagen oder Wochen vorliegen. Zweifel an der Qualität der Proben hat auf der Springer Wache niemand: Das DNA-Material hatte ein erfahrender Polizist genommen, der selbst Jäger ist.

Anfang Mai wurde in der Bennigser Feldmark eine tragende Ricke gerissen. Die Bisse an der Kehle waren so tief, dass sie zu einem Wolf passen konnten, sagten Experten – auch wenn es bislang keine weiteren Hinweise darauf gab, dass ein Wolf bis zum Deister vorgedrungen war. Es hatte zwar zuvor vereinzelte „Wolfssichtungen“ gegeben – zum Beispiel in der Kernstadt – im Nachhinein stellten sich die Tiere aber als große Hunde heraus.

Die tote Ricke hatte ein Spaziergänger an der verlängerten Medefelder Straße (Nähe Windpark) gefunden. Er alarmierte die Polizei. Die notierte später im Einsatzbericht ungewöhnlich tiefe Bissverletzungen. Das Tier hatte das Reh mit einem gezielten Biss in die Kehle erlegt und auch Fleisch gefressen. Die gefundenen Fellbüschel erinnerten stark an einen Wolf.

Einen Monat später wurde ein Wolfsverdacht aus Barsinghausen gemeldet: In Ostermunzel lag das Skelett eines Rehbocks. Mehrere Details passten zu einem Wolf als Täter, erklärte ein Wolfsberater. Etwa zeitgleich gab es in Hüpede Hinweise auf einen frei lebenden Luchs, auch hier starb ein Reh.

Laut Retzlaff hat es anschließend im Zuständigkeitsbereich der Polizei Springe „keine Auffälligkeiten“ mehr gegeben. Er bedauert, dass er den Bennig-sen-Fall jetzt ohne Ergebnis zu den Akten legen muss. Hätte die DNA-Untersuchung ergeben, dass sich in Bennigsen ein Hund herumgetrieben hat, hätte Retzlaff die Unterlagen der Stadt übergeben. Die müsste wegen einer Ordnungswidrigkeit ermitteln – auch wenn sowohl das Tier als auch der Halter unbekannt sind.mari

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