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WM-Partys: SVA muss doch nicht zahlen

Altenhagen I. Der Streit um die Sommer-WM-Partys des SV Altenhagen I ist beendet. Dabei sind sich Verein und Stadt gar nicht einig geworden – vielmehr hat die Verwaltung bei den umkämpften Gebührenbescheiden offenbar einen handwerklichen Fehler gemacht.


Rückblende: Im Sommer 2014 stürmt sich die deutsche Elf in Brasilien zum Weltmeistertitel. Und in Altenhagen I wird kräftig mitgejubelt. Bei mehreren Veranstaltungen im Dorfgemeinschaftshaus neben der früheren Grundschule gibt es nicht nur Fußball auf dem großen Schirm zu sehen – sondern auch Bratwurst, Bier und Cola für die Gäste. Veranstalter ist der Sportverein Altenhagen.

Insgesamt gibt es acht Veranstaltungen. Für die Nutzung des stadteigenen Gemeinschaftshauses zahlt der Verein 200 Euro – streng nach Mietvereinbarung, wie Vereinschef Thomas Dettmer später betont. Dann schaut man bei der Stadt noch mal in die Unterlagen. Und findet einen Ratsbeschluss, nachdem für alle Veranstaltungen, die länger als drei Stunden dauern, pauschal 100 Euro fällig werden.

Die Stadt schickt einen Bescheid hinterher, will noch mal 600 Euro haben. Und stößt beim SV auf Widerstand. Der Verein holt sich anwaltliche Hilfe und verweigert die Zahlung. Ein Kompromiss scheint ausgeschlossen, noch vor einigen Monaten steuerte der Streit nach Ansicht der Beteiligten auf einen Auseinandersetzung vor Gericht zu.

Die sich inzwischen aber zugunsten des Vereins erledigt hat. „Wir haben auf unseren Anspruch verzichtet“, sagt der kommissarische Rathauschef Gerd-Dieter Walter. Bei der Stadt war man nämlich darauf gestoßen, dass der erste Bescheid über die Zahlung von 200 Euro „formaljuristisch endgültig“ gewesen sei. Soll heißen: Die später verschickte Korrektur über zusätzliche 600 Euro musste der Verein nicht mehr beachten. Und erst recht nicht bezahlen.

Walter bedauert das – denn von der Sache her sieht er die Stadt weiter im Recht: Der SV Altenhagen habe seine WM-Partys zunächst als Vereinsveranstaltung angemeldet. Dann habe sich aber herausgestellt, dass die Feiern „zur Einnahmeerzielung“ dienten, wie man das behördlich nennt: Weil der Verein Eintritt nahm, Wurst und Getränke verkaufte, wollte die Stadt ihren Anteil des Erlöses einfordern. „Damit war eine Ermäßigung für die Nutzung des Dorfgemeinschaftshauses nicht mehr zulässig“, sagt Walter: Man habe dem Verein den vollen Mietsatz in Rechnung stellen wollen.

Das geht jetzt nicht mehr. Der SVA will aus der Sache für sich aber keine Konsequenzen ziehen, hatte Dettmer schon im Vorjahr angekündigt: Im vergangenen Jahr feierte der Verein etwa sein 70-jähriges Bestehen – auch rund ums Dorfgemeinschaftshaus.

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