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Wisentgehege: Der Tag nach dem großen Sturm

SPRINGE. Einen Tag nach dem Sturm „Friederike“ laufen allerorts die Aufräumarbeiten: Bäume, die Straßen oder Wege blockiert hatten, wurden abgeschnitten und entfernt. Dafür kam am Freitag auch schweres Gerät zum Einsatz.

Hier räumen die Landwirte Marcus und Jürgen Bertram den Feldweg neben der B 217 bei Altenhagen I auf. FOTO: MISCHER

Autor:

RALF T. MISCHER UND MARITA SCHEFFLER

Parallel haben die Straßenbehörden von Stadt und Land Kontrollfahrten auf allen Strecken durchgeführt, um mögliche Problemäste, die drohten herunter zu fallen, zu erkennen und entschärfen zu können.

Gerd Gennat von der Stadt kann nach den Kontrollen zunächst einmal Entwarnung geben: Viele städtische Straßenbäume hat der Sturm nicht beschädigt – vorausschauenden Pflegearbeiten sei Dank. Lediglich an der Osttangente ist ein Baum auf die Fahrbahn gefallen und blockierte den Verkehr.

An den städtischen Gebäuden und Schulen kam es nur zu kleinen Schäden. Nur auf dem Parkplatz des Baudezernats krachten große Äste zu Boden.

An der B217 bei Altenhagen I waren gleich mehrere Buchen umgekippt und behinderten den Verkehr, weshalb die Strecke bis Donnerstagabend teilweise gesperrt werden musste. Freitag Morgen machten die Landwirte Marcus und Jürgen Bertram klar Schiff – und rückten die umgekippten Stämme mit einem schweren Traktor vom Feldweg, der parallel zur Bundesstraße verläuft.

Arbeit gab es etwa auch auf der Straße „Zum Saupark“, die entlang des Wisentgeheges verläuft. Am Donnerstagabend wurde sie komplett gesperrt, weil Bäume drohten, auf die Straße zu kippen. Am Freitagvormittag wurde die Strecke für den Verkehr wieder freigegeben.

Im Wisentgehege hat Orkantief Friederike etliche Schäden verursacht: Am Dach des alten Wisentschuppens, an der Sauparkmauer – und sogar an mehreren Gehegezäunen. Bei den Wisenten war das kein Problem, weil der kaputte Zaun den Tieren keinen Zugang ins Freigelände ermöglichte. Anders sah es bei den Polarwölfen aus. Hennig: „Die Tiere hätten davonlaufen können – haben sie aber nicht gemacht.“ Offenbar gefällt es den Raubtieren in ihrer Anlage. Den Freitagvormittag und Teile des Nachmittags verbrachten die Wisentgehege-Mitarbeiter mit Aufräum- und Reparaturarbeiten und wurden von Kollegen aus den Förstereien unterstützt, die mit schwerem Gerät aushalfen. Während der Zeit war das Wisentgehege geschlossen. Erst am frühen Nachmittag gab Hennig wieder grünes Licht für Besucher. Seine Bilanz nach dem Sturm: „Ist nicht schön, hätte aber schlimmer kommen können!“

Das sieht im Wald der Landesforsten anders aus. Laut Forstamtschef Christian Boele-Keimer waren die Wege am Freitagnachmittag zwar wieder freigeschnitten – „es gibt aber immer noch Bäume, die ein Risiko darstellen“. Der Leiter des Forstamtes Saupark bittet Wanderer, am Wochenende auf Spaziergänge durch den Wald zu verzichten.

Den Schaden, den das jüngste Orkantief im Deisterwald angerichtet hat, schätzt er nicht so dramatisch ein wie die Zerstörungen, die Orkan Kyrill im Jahr 2007 angerichtet hatte. „Wir sind allerdings noch in der Bewertung der Schäden“, räumt der Forst-Experte ein.

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