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Hochgeschwindigkeits-Internet: Die meisten Springer gucken erst mal in die Röhre

„Wir denken nicht in Stadtgrenzen“

Springe. Für gut 6500 Bennigser, Lüderser und Gestorfer geht es bald richtig rund: Sofern sie einen Internetanschluss haben, können sie ab November mit der Hochgeschwindigkeits-Technik VDSL surfen. Wermutstropfen: Die meisten anderen Einwohner gucken auf unbestimmte Zeit in die Röhre. Denn die Vorwahlbereiche 05041 und 05044 bekommen laut Telekom erst einmal keinen schnelleren Anschluss.

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VON CHRISTIAN ZETT

„Wir haben für diese Gebiete aktuell nichts in Planung“, sagt George-Stephen McKinney, Regional-Sprecher der Deutschen Telekom. Bis 2015 will das Unternehmen deutschlandweit 6 Milliarden Euro in den Ausbau des superschnellen Internets stecken. Dass dabei vorerst nur Bennigsen, Gestorf und Lüdersen bedacht werden, nicht aber größere Ortsteile wie die Kernstadt, Eldagsen oder Völksen, liegt laut McKinney an der Struktur der Telekom: „Wir können nicht in Stadtgrenzen denken.“ Entscheidend sind für das Unternehmen die Vorwahlbereiche, die das Springer Stadtgebiet dreiteilen: Neben Bennigsen, Gestorf und Lüdersen (05045) teilen sich Springe, Völksen, Altenhagen und Alvesrode (05041) sowie Eldagsen, Alferde, Holtensen, Boitzum und Mittelrode (05044) eine Vorwahl. In diesem System wiederum, sagt McKinney, gebe es verschiedene Kriterien, nach denen die Prioritäten gesetzt würden: „Wir schauen zum Beispiel, wo wir ohnehin etwas machen müssen, weil die Leitungen vielleicht veraltet sind.“ Dies ist offenbar im Vorwahlbereich 05045 der Fall. Auch die Störungshäufigkeit spiele eine Rolle, so der Sprecher – und nicht zuletzt Kundenzahl und Marktpotenzial: „Da schauen wir natürlich auch drauf.“ Es sei möglich, dass der Rest Springes in den nächsten Jahren noch auf die Liste komme.

Die Hauptarbeiten am Kabelnetz in Bennigsen, Lüdersen und Gestorf sind laut McKinney ab dem 7. Oktober geplant. „Im November wollen wir bautechnisch durch sein“ – kurz darauf soll das Internet mit bis zu 50 Megabit pro Sekunde verfügbar sein. „Die tatsächliche Geschwindigkeit hängt von der Entfernung zur Hauptleitung und der Auslastung des Netzes ab“, sagt der Sprecher. Entschieden weist McKinney die Vorwürfe der Stadt zurück. Die hatte kritisiert, dass teils frisch verlegte Bürgersteige für die neuen DSL-Kabel wieder aufgerissen werden – obwohl man die Telekom informiert habe. „Wir sind ein deutschlandweit agierendes Unternehmen“, sagt McKinney, „da sind unsere Planungen leider nicht immer deckungsgleich mit denen einzelner Kommunen“. Oft habe man zum Zeitpunkt der Anfrage entweder keinen Bau-Bedarf – „oder unsere Vorlaufzeiten sind ganz anders“.

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