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Wie der Holtenser Ralf Stille einen Wohnwagen fürs Quad baut

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Autor:

von simone hempelmann

Das stylische Gefährt erregt Aufmerksamkeit im Straßenverkehr: „Ich bemerke oft, dass Autos erst eine ganze Weile hinter mir herfahren, bevor sie langsam überholen und sich mein Gespann anschauen“, lacht Stille, der selbstständig als Tischlermeister arbeitet und dem die handwerkliche Begabung in die Wiege gelegt wurde.

Eigentlich, so weiß er, ist der sogenannte Teardrop-Trailer ein Klassiker aus den USA und war dort in den 30er Jahren der Renner. Aber auch heute findet der Miniwohnwagen, der durch seine tropfenförmige Form und die einfache, funktionale Bauweise besticht, jenseits des Atlantiks noch viele Liebhaber.

„Ich wollte etwas bauen, was sonst keiner hat und Spaß macht – nicht nur in der Bauphase, sondern auch hinterher“, sagt Ralf Stille. Rund einhundert Stunden werkelte er. „Angefangen hat alles mit einem Pappmodell im Originalmaßstab. Ich wollte wissen, wie die Dimensionen wirken und wie das Raumangebot ist“, berichtet er.

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Dann kaufte er ein Fahrwerk und eine Deichsel, alles andere ist Eigenbau. „Die Seitenwände und der Boden sind beschichtete Multiplex-Platten, also Schichtholz, das Dach besteht aus einer Alu-Verbundplatte“, erklärt Stille. Sogar die Kotflügel fertigte er nach seinen Vorstellungen an.

Auf die Idee gekommen, so erinnert er sich, sei er vor rund einem Jahr: „Unsere Söhne haben mich bequatscht, ein Quad zu kaufen. Da dachte ich, irgendwas muss noch her, um das Quad zu komplettieren, und bin auf die Mini-Wohnwagen-Idee gekommen.“

Pünktlich zu seinem Geburtstag im Sommer konnte er die rollende Behausung beim TÜV vorstellen und bekam ohne Beanstandung die Straßenzulassung. „Sogar die Zulassung für Tempo 100 habe ich bekommen. Mit dem Quad darf ich allerdings nur 50 fahren – aber genau diese Entschleunigung genieße ich total“, freut sich der Hobby-Konstrukteur.

220 Kilogramm bringt der originelle Stille-Teardrop auf die Waage, misst mit Deichsel 305 Zentimeter. Mit einer Höhe von 163 und einer Breite von 166 Zentimetern wirkt er kompakt und durch seine Form aerodynamisch. Im Inneren bietet der Mini-Camper eine Liegefläche von 120 x 208 Zentimetern – Platz genug für zwei, die sich gern haben. „Ich habe auch ein Sonnensegel, das ich an der geöffneten Heckklappe anbringen kann, ein kleines Tischchen für ein Picknick, und für eine verregnete Stunde ist sogar ein DVBT-Fernseher an Bord“, zählt Stille auf. In manchen amerikanischen Modellen sind sogar eine kleine Küche und Sitzmöglichkeiten integriert. „Dann wird es aber eng und kompliziert im Innenraum, das wollte ich nicht.“ Spricht’s, schwingt sich aufs Quad und düst in den Sonnenuntergang – ein bisschen wie ein Cowboy im Calenberger Land.

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