weather-image
24°

Wie das Volksfest wieder ein Fest für das Volk werden soll

SPRINGE. Die an Anwohnerprotesten gescheiterte Rückkehr an den Burghof? Haben sie abgehakt. Der Spielmannszug will nach vorne schauen. Und das gleich in mehrfacher Hinsicht:

270_0900_44414_DSC_0644.jpg
zett2

Autor

Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Mit einem aufpolierten Programm soll das Volks- und Schützenfest in diesem Jahr (ab Freitag, 16. Juni) nicht nur den Zusammenhalt der Vereine und der Ortsteile untereinander stärken. Sondern auch alle anderen Bürger wieder zum Mitfeiern bringen.

Vor Christa Heinzel auf dem Tisch liegen Gummibärchen, Farbe: orange. 1000 kleine Tüten haben die Spielleute extra produzieren lassen, bedruckt mit Werbung für das Volks- und Schützenfest und ihren Verein. Die Gummibärchen sind nicht nur eine Süßigkeit, ein Werbegag. Sie sind ein Symbol.

Dafür, dass die Veranstalter denen das Fest versüßen wollen, die außerhalb der alteingessenen Vereinsstrukturen leben. Und ganz nebenbei auch noch den Zusammenhalt stärken, innerhalb der Vereine, innerhalb der Kernstadt, zwischen den Ortsteilen. „Unser Fest für Springe“ heißt das Motto dieses Jahr.

Insbesondere den Sonnabend haben die Veranstalter reformiert. Den Kinderumzug geopfert zugunsten eines umfangreichen Familienprogramms auf dem Festplatz. Besonders froh ist Heinzel darüber, dass nicht nur die fünf ausführenden Organisationen zusammengearbeitet haben. Sondern dass auch weitere Vereine dabei sind. Dass die fünf Ausrichter (neben den Spielleuten auch die Feuerwehr und die drei Schützenvereine) seit vergangenem Jahr enger zusammenarbeiten, kam nach jahrelangen Diskussionen darüber schon einer kleinen Revolution nahe.

Doch Heinzel und ihre Mitstreiter wollten mehr: Jetzt sind auch der SC Völksen, der FC Springe und der TV Springe dabei: „Sie freuen sich alle schon auf das Fest, sind immer schon beim Umzug dabei. Und jetzt haben wir das angestoßen, dass die Unterstützung noch größer ist“, freut sich Vorstandsmitglied Tanja Wollenschläger. Dahinter steckt auch der Gedanke des Mottos – „Unser Fest für Springe“: „Wir wollen alle mehr miteinander vernetzen. Was wir machen, ist für die Gemeinschaft, nicht nur für einzelne.“ Also lädt der Spielmannszug per Anschreiben alle Ortsräte, alle Ortsbürgermeister und alle Ratsmitglieder ein. Heinzel will zurück zu dem Gefühl, das sie einst selbst mit dem Festwochenende verband: Dass alle zusammenkamen, um gemeinsam ein paar schöne Stunden zu verbringen: „Wir wollen uns modern und offen für Veränderungen zeigen. Aber auch das hochhalten, was uns ausmacht.“

Dass nicht alles umgekrempelt wird, zeigt schon die Eröffnung, die klassisch auf dem Marktplatz stattfindet. Dass dort ein Anlieger seine große Treppe für den Festakt zur Verfügung stellt, ist für Heinzel auch ein Baustein des Engagements, von dem das Fest lebt: „Dazu wäre er ja nicht verpflichtet.“ Und am Sonntag rund um den Umzug sollen die nächsten zarten Pflänzchen der Spielmannszug-Bemühungen aufgehen: Mehrere Gastronomen haben sich bereit erklärt, an dem Tag spezielle Festangebote in die Karte aufzunehmen: „Da hat keiner gesagt: Da mache ich nicht mit“, freut sich Heinzel.

Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare