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Wertstoffhof in Springe soll entlastet werden

SPRINGE. Nach einem Frühlingsbeginn mit extrem langen Autoschlangen am Wertstoffhof kommt Bewegung in die Sache: Entsorger Aha als Betreiber und die Stadt wollen gemeinsam ein Maßnahmenpaket prüfen, um den Andrang in Spitzenzeiten in geregeltere Bahnen zu lenken.

Wer kann die Lage am Wertstoffhof verbessern? Am Donnerstag trafen sich auf Einladung der CDU-Regionsfraktion Vertreter von Stadt und Entsorger Aha auf dem Gelände an der Oppelner Straße. FOTOS: HELMBRECHT
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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Das ist das Ergebnis eines kleinen Müllgipfels, zu dem die CDU-Regionsfraktion auf das Gelände an der Oppelner Straße geladen hatte. Hintergrund für das Treffen mit Aha-Vertretern – darunter auch Geschäftsführer Thomas Schwarz und Bürgermeister Christian Springfeld – war eine zunehmende Zahl von Beschwerden und ein entsprechender Bericht der Neuen Deister-Zeitung.

Die Stadt will nun prüfen, ob innerhalb der Kernstadt – und möglichst nah am Wertstoffhof – eine weitere Abgabestelle für Grüngut und speziell für Rasenschnitt eingerichtet werden kann. Diese beiden Abfälle sind im Frühjahr regelmäßig verantwortlich für den besonders starken Andrang. Das zeigen auch Zahlen, die die Aha präsentierte und die auf Lichtschranken-Messungen und erfassten Containerleerungen beruhen. Voraussetzung für eine Lösung mithilfe der Stadt sei nicht nur ein geeigneter Ort, betonte Springfeld. Die Bauhofmitarbeiter könnten die neuen Aufgaben außerdem nicht zusätzlich stemmen – und mit der Region müsse man über einen finanziellen Ausgleich sprechen.

Aha-Chef Schwarz betonte, die Probleme in Springe seien auch historisch gewachsen: Strengere Abfall-Trennvorschriften und immer größere Kunden-Autos hätten auf dem Gelände Platz gekostet – das mache sich nun bemerkbar.

Die Zuspitzung der Situation in diesem Frühjahr sei außerdem dem Wetter geschuldet: Nach einem kalten März sei in den Gärten der Springer im April der Grün- und Rasenschnitt zeitlich sehr geballt angefallen – das zeigen auch die Zahlen der Aha.

Schwarz und seine Mitarbeiter sagten außerdem zu, die Einführung einer Art Warnsystem zu prüfen: So sei denkbar, bei langen Autoschlangen rechtzeitig vor der Schließzeit per Schild oder Warnsystem zu signalisieren, wie viele Autos es noch zur Abgabestelle schaffen und wer sich das Warten sparen kann. Datenschutzrechtlich schwieriger sei dagegen die Installation einer Webcam, mit der die Kunden zuhause einen Eindruck von der Länge der Schlangen bekommen könnten. Auch Änderungen bei den Öffnungszeiten seien problematisch, so Maik Renneberg, Aha-Chef für Abfall- und Wertstoffsammlung: Man müsse alle Standorte gleich behandeln, um Diskussionen zu vermeiden.

Für die CDU lobte deren abfallpolitischer Sprecher Manfred Wenzel die Überlegungen. Auch bei ähnlichen Problemen in Wunstorf habe man eine Lösung finden können. Vor Ort war ebenfalls die Springer CDU-Regionsabgeordnete Gabriela Kohlenberg. Beide wünschen sich, dass mehr Aha-Kunden von einem wenig bekannten Angebot Gebrauch machen: der Möglichkeit, für 25 Euro bis zu fünf Kubikmeter Grünschnitt zuhause abholen zu lassen.

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