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Projektwoche des OHG und der Janusz-Korczak Schule / Schüler bauen Hemmungen und Ängste ab

Wenn Nachbarn endlich Freunde werden

Springe (jemi). Das Otto-Hahn-Gymnasium und die Janusz-Korczak Schule sind ganz nah beieinander – zumindest liegen die Gebäude nur wenige Meter voneinander entfernt. Die dort ansässigen Schüler hatten allerdings bislang überhaupt keine Berührungspunkte. Manch einem OHG-Schüler ist die Präsenz der Förderschule gar nicht bewusst gewesen. Um das zu ändern, haben einige Gymnasiasten nun ein Projekt auf die Beine gestellt, das die beiden Schulen enger zusammenbringen soll.

Fußball-Fan Alexander entwirft sein WM-Outfit.

In dieser Woche war es dann so weit. Die Nachbarn trafen sich und waren gemeinsam künstlerisch aktiv. Sie malten, druckten, kreierten Batik-Klamotten und entwickelten Mode aus Stoffresten. Ziel der Aktionswoche ist es, mit Fotos der Kleidung einen Kalender herzustellen. Abiturient Christopher Elsner ist einer der Initiatoren des Projekts. Er gehört der OHG-Gruppe „Schule gegen Rassismus“ an, die ursprünglich die Idee für die Aktion hatte. „Wir hatten erst einmal im Freundeskreis nachgefragt, wer Lust hat, die Nachbarschule besser kennenzulernen.“ 17 Schüler erklärten sich bereit, das Projekt voran zu treiben. Im Laufe dieses Schuljahres wurde dann am Konzept getüftelt. OHG-Lehrerin Fabienne Kaliske wünscht sich: „Es wäre schön, wenn der Kontakt bestehen bleibt und die nächsten Schülergenerationen den nun geschaffenen Anfang weiterführen.“

Die Chancen stehen gut. Denn die Jugendlichen der beiden Schulen mögen sich offensichtlich. Wenn man ihnen zuhört, bekommt man mit, dass sie private Treffen organisieren – etwa einen Kinobesuch. Nicht alle Schüler hatten das Aufeinandertreffen so locker erwartet: „Ich hatte etwas Angst vor der Woche, denn ich wusste nichts über die Kinder“, sagt Paula, die die elfte Jahrgangsstufe des OHG besucht. Ihr sei völlig unklar gewesen, welche Behinderungen die Jungen und Mädchen haben. „Es ist Wahnsinn, wie herzlich hier alle sind“, sagt sie beeindruckt. Förderschullehrer Bernd Motschek hängt sich während der Projekttage ebenfalls richtig rein und bastelt eifrig mit. Er ist auf der einen Seite von den engagierten OHG-Schülern beeindruckt, auf der anderen Seite freut er sich über die Motivation bei seinen Kindern und Jugendlichen. „Eine Kooperation in Form von gemeinsamer Arbeit ist sehr sinnvoll“, sagt der Pädagoge. Die Oberstufen-Schülerinnen Mona und Charlotte halten alle Kunstwerke mit einem Fotoapparat fest. Ihre Bilder ergeben dann im Anschluss an das Projekt den angestrebten Kalender. Der wird sicherlich mehr sein als nur ein Jahrestimer – er wird die Erinnerungen an die tolle Woche aufleben lassen und damit vielleicht einen Anreiz für eine Fortsetzung geben. Ein wenig Nachbarschaftshilfe kann schließlich nie schaden.

„Action-Painting“ mit Pinsel und Zahnbürste.
  • „Action-Painting“ mit Pinsel und Zahnbürste.
Nico (l.) zeigt seine angemalten Hände.
  • Nico (l.) zeigt seine angemalten Hände.
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