weather-image
Die Stadt kämpft mit Laternen-Problemen – und versteht die Technik-Welt nicht mehr

Wenn es dunkel bleibt auf dem Berg

Springe (zett). Gerd Gennat ist ratlos: Zwei Monate lang hat das neue Schaltsystem für Springes Straßenbeleuchtung einwandfrei funktioniert – und jetzt fallen reihenweise die Laternen aus, besonders betroffen ist die nordwestliche Kernstadt – „auf dem Berg gibt es mehr Probleme als in anderen Bereichen“, sagt Gennat. Aber auch in Altenhagen I und Völksen bleibt die Beleuchtung regelmäßig dunkel. Ursache? Unbekannt.

An der Harmsmühlenstraße leuchten die Laternen – in andere

Seit Montagnachmittag sei ein Monteur quasi durchgehend mit der Software des neuen Systems (NDZ berichtete) beschäftigt, erklärte Gennat gestern: „Er aktualisiert, kontrolliert, macht Testläufe.“ Doch der Ursache des Problems ist er nicht nähergekommen. Für Gennat besonders unverständlich: Die Laternen bleiben aus – und noch nicht einmal das Notfallsystem, mit dem jeder Schaltkasten ausgerüstet ist, springt an. „Wenn das wenigstens funktionieren würde, dann wäre das Problem nicht so schlimm“, sagt Gennat. Denn dann würden die Lichter abends mit einer Verzögerung von nur zehn bis fünfzehn Minuten anspringen: „Das würden dann wohl gar nicht so viele Leute merken.“

Aber was sorgt dafür, dass es plötzlich dunkel bleibt in Springe? Wenn man durch das Telefon schauen könnte, würde man jetzt wohl sehen, wie Gennat mit den Schultern zuckt: „Möglich ist vieles“, sagt er. Ein Virus im System? Glaubt der städtische Beleuchtungsbeauftragte nicht dran. Denn die Schalttechnik ist vom Internet abgeklemmt: „Das müsste sich schon jemand von außen über unsere Funkverbindung reingehackt haben. Und das ist nicht vorstellbar.“

Das neue Steuerungssystem war erst im Sommer gestartet – nach monatelangen Verzögerungen. Mit einem Computer, der zentral bei der Verwaltung steht, können so alle gut 100 Schaltstellen individuell angesteuert werden. Mit der Übernahme dieses Funksignals, das bis dahin vom Versorger Eon-Avacon aus Gehrden gekommen war, gingen auch zwei Änderungen bei der schon länger betriebenen Nachtabschaltung einher. Seitdem werden zum einen die Leuchtzeiten in Bennigsen, Völksen und Springe wochenends an die Fahrtzeiten der S-Bahn angepasst. Zum anderen ist es im Gegensatz zu früher möglich, individuell in einzelnen Ortsteilen – etwa bei Stadt- oder Schützenfesten – auch komplett auf die Nachtabschaltung zu verzichten.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare