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Stadt muss bei Klärwerken investieren / Erdmann: „Dürfen uns nicht zurücklehnen“

Wenn die Technik in die Jahre kommt

Springe. Sie kennt keine Auszeit. Läuft treu 24 Stunden am Tag. Jeden Tag. Die Brücke der Kläranlage Springe ist in die Jahre gekommen – sie stammt aus dem Jahr 1963. Immer wieder muss mit Bordmitteln etwas repariert werden. Und klar ist: Trotz leerer Kassen muss die Stadt auch in nächster Zeit wieder kräftig investieren.

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Autor:

Markus Richter

Ob bei Maschinentechnik, Pumpwerken oder elektrischen Regelungen: „Einige Anlagen haben ihre vorgesehene Nutzungsdauer erreicht“, sagt Dieter Erdmann, Fachdienstleiter für die Stadtentwässerung. Er wird der Politik demnächst ankündigen, dass wieder Geld in die Hand genommen werden muss. „Es ist Vorsicht geboten: Entweder wir investieren – oder wir bekommen Probleme.“ Irgendwann sei die Reparatur alter Bauteile nicht mehr wirtschaftlich.

Dank doppischer Buchführung hat Ingenieur Erdmann nun die Möglichkeit, mit Zahlen zu jonglieren. Immer bemüht, die Gebühren für die Verbraucher möglichst niedrig zu halten. Und er weiß, dass etwa beim Nachklärbecken in Bennigsen das Lebensalter der Maschine erreicht ist. Dort muss aber alles reibungslos laufen – es ist kein Geheimnis, dass die Anlage ohnehin an ihrer Kapazitätsgrenze arbeitet und nur eine sogenannte Straße hat, auf der die Prozesse laufen. Ein Ausfall könnte ungeahnte Konsequenzen haben. „Wenn wir uns einfach zurücklehnen würden, dann käme irgendwann der Hammer und wir müssten auf einen Schlag eine Dreiviertelmillion aufbringen“, warnt der Fachdienstleiter.

Für die Techniker und die Verantwortlichen der Abwasserentsorgung ist es ein ständiges Wettrennen mit der Zeit. „Ein Marathonlauf, bei dem wir aufpassen müssen, dass uns nicht die Puste ausgeht“, warnt Erdmann. Immer wieder müsse bei den städtischen Anlagen geschaut werden, wo repariert werden kann oder wo ausgetauscht werden muss. Mittlerweile werden Ersatzteile alter Maschinen knapp.

Verantwortlich vor Ort für alle städtischen Abwassereinrichtungen ist Klärmeister Ulrich Riethmüller. In Springe verlässt er sich auf Pumpentechnik aus den 1960er-Jahren. Sorgen bereitet ihm zurzeit das Belebungsbecken, in dem gezielt Bakterien zur biologischen Reinigung eingesetzt werden. „Wir haben nur dieses eine Becken – wenn das kaputt geht, haben wir ein Problem.“

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