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45 Springer Grundstücke sind nicht ans Kanalnetz angeschlossen / Diskussion um Spülwagen

Wenn die Stadt den Schlamm abholen muss

Springe. Wer in Springe und drum herum Kleidung wäscht, die Toilettenspülung betätigt oder nach dem Baden den Stöpsel zieht, muss sich um sein Abwasser keine Gedanken machen: es verschwindet im städtischen Kanalnetz, wird gefiltert aufbereitet. Doch nicht für jeden ist das so einfach: Es gibt in dieser Stadt immer noch 45 Grundstücke, die nicht an das große System angeschlossen sind.

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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Wie früher, könnte man sagen. Stimmt aber nicht. „Es handelt sich meist um isoliert gelegene Grundstücke, bei denen es sich nicht lohnt, Abwasserkanäle dort hinzulegen“, erklärt Baufachbereichsleiter Hermann Aden. Paradebeispiele seien etwa der Annaturm oder die Wohnsiedlung Köllnischfeld im Deister. Aber auch in den Ortsteilen, etwa in Altenhagen, gebe es Gehöfte, die zu isoliert liegen, um sie rentabel und mit angemessenem Arbeitsaufwand an das bestehende Springer Kanalnetz anschließen zu können, erklärt Aden. Die meisten der 45 Grundstücke verfügen über eine Kleinkläranlage und eine Schlammgrube, die alle drei bis vier Jahre geleert werden muss. Bei einigen wenigen muss direkt und somit öfter das Abwasser abgeholt werden. Beides übernimmt die Stadt mit ihrem eigenen Kanalspülwagen, der so den Netzanschluss ersetzt.

In der kommenden Woche soll der Rat für die Nutzung dieses Wagens eine Gebührenanhebung beschließen. Die aktuelle Satzung stammt aus dem Jahr 1985, laut Verwaltung steht der Aufwand für die Entsorgung mittlerweile nicht mehr im Verhältnis zu dem Ertrag. Dass die Erhöhung kommt, gilt als sicher – doch die Politik beschäftigt sich viel mehr mit dem städtischen Kanalspülwagen.

Die SPD-Ratsfraktion fordert, für die Abholung des Schlamms auch Preise von privaten Anbietern einzuholen. Momentan nimmt die Stadt mit dem Wagen etwa 7000 bis 8000 Euro ein – unter anderem dadurch, dass sie für die Gemeinde Wennigsen etwa in Bredenbeck oder Steinkrug Abwasser und Schlamm abholt.

Ursprünglich sollte der Wagen, der vor fünf Jahren rund 280 000 Euro kostete, einen Teil seiner Kosten auf diese Weise auch in anderen Kommunen wieder einspielen. Doch die hätten „aus nicht nachvollziehbaren Befürchtungen“, abgesagt, so Aden. Trotzdem sei der Springer Spülwagen „gut ausgelastet“, so der Fachbereichsleiter. Er könne deshalb die Absicht der Politik „nicht ganz nachvollziehen“, sagte Aden der NDZ. Deren Wunsch sei immer gewesen, dass die Stadt ihre Wagen und Geräte auslaste.

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