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Wenn Bienen vergeblich 3,5 Kilometer zum Essen fliegen

SPRINGE. Die Bienen haben es auch am Deister nicht leicht: Seit Jahren finden die Insekten nicht mehr ausreichend Nahrung. „Wir haben keine Kultur mehr auf dem Lande“, sagt Imkermeister Wulf-Ingo Lau. Der Imkerverein Springe hatte den Experten eingeladen, weil die Bienenfans in diesem Jahr ihren 80. Geburtstag feiern.

Nach dem Vortrag von Imkermeister Wulf-Ingo Lau zum Thema „Unsere Bienen in der Kulturlandschaft“ können die Zuhörer im Vortragsraum des Museums Honig probieren. FOTO: LÜDERSEN

Autor

Friedhelm Lüdersen Reporter

Besser gehe es den Bienen in den Siedlungen, wo es mehr blühende Gärten – und damit Futter für die Bienen – gibt. „Zwar haben wir oft Blühstreifen an den Feldrändern, aber die werden oft viel zu früh gemäht“, kritisiert Lau. Haupttracht der Bienen ist der Raps, weiß der Experte. Aber nicht alle Imker seien mit ihren Völkern an den Rapsfeldern gerne gesehen. „Dann müssen die Landwirte mit ihren Insektensprühmitteln vorsichtig hantieren.“

Lau betonte in seinem Vortrag, wie wichtig die Bienen für das Leben sei. Menschen bräuchten die Bienen, damit sie die Pflanzen und Bäume zu bestäuben. Die Insekten fliegen bis zu sieben Kilometer weit, um Blütenstaub zu sammeln und sind einen Kilometer unterwegs, um Wasser aufzunehmen. Etwa 3,5 Kilometer sind sie für die Nahrungsaufnahme unterwegs.

„Die Bienenhaltung muss den veränderten Bedingungen angepasst werden“, forderte Lau. Dazu gehöre auch der enge Kontakt von den Imkern zu den Landwirten. Knapp zweieinhalb Stunden referierte er über Bienenzucht und Probleme. Dabei hätte er noch so viel zu erzählen gehabt. „Das, was ihr heute Abend gehört habt, sind nur Sahnestücke aus einem großen Kuchen. Bienen haben eben eine gewisse Faszination.“

Süß wurde es am Ende des Vortrags für die Mitglieder: Die Zuhörer konnten Honig probieren. Das wurde eifrig genutzt.

Der Imkerverein in Springe besteht bereits seit 80 Jahren, damals mit dem Vorsitzenden Ernst Brendel. Heute sind 65 Mitglieder mit 625 Bienenvölkern im Verein aktiv.

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