weather-image
27°

Was sagt der Ortsrat zum geplanten Umbau der Innenstadt?

SPRINGE. Springes Ortsbürgermeister Karl-Heinz Friedrich steht hinter dem Millionen-Projekt in der Innenstadt, „mit all seinen Einschränkungen“, betont er. Seiner Meinung nach ist das von Investor Peter Othmer geplante Fachmarktzentrum die letzte Chance, um die Innenstadt zu beleben.

270_0900_31058_DSC_0576.jpg

Autor:

sandra hermes und saskia helmbrecht

Auch der Ortsrat muss in der kommenden Woche über das Vorhaben beraten.

Friedrich hofft vor allem auf Synergieeffekte. „In den Plänen steht, dass auch der Zugang zum Nordwall wieder erschlossen werden soll. Vielleicht gehen dadurch auch die dortigen Leerstände zurück, wenn die Geschäfte nicht mehr so abseits gelegen sind.“

Grundsätzlich könne er die Bedenken, die auf den ersten Blick gegen eine Realisierung des Projekts sprächen, verstehen, „aber wenn wir die Chance jetzt nicht ergreifen, sind wir bald ganz tot“, macht er deutlich. „Natürlich müssen Gebäude abgerissen werden und auch das Stadtbild ändert sich, aber den Menschen wird ja kein Betonklotz vor die Nase gesetzt“, so Friedrich.

Auch der Parkplatz lasse sich entsprechend gestalten. „Mit einer Mauer oder Grünpflanzen lässt sich optisch viel machen.“ Die Baustelle selbst sieht er nur als notwendiges Übel. „In der Zeit, in der die aktuellen Gebäude abgerissen und die Neuen hergerichtet werden, wird es dort sicherlich ungemütlich. Keine Frage. Aber letztlich kommt es doch auf das Ergebnis und die Vorteile an“, sagt Friedrich, der klare Standortvorteile für die Innenstadt sieht: „Das E-Center wurde nur für Autofahrer gebaut; Radfahrer und Fußgänger haben es hier schwer“, kritisiert der Ortsbürgermeister. In der Innenstadt sei das neue Marktzentrum für alle gut erreichbar.

Wichtig sei ihm bei der Planung, dass die Politik dem Investor nicht zu viele Steine in den Weg legt. „Auflagen müssen sein, auch die Verkehrsführung muss entsprechend geplant werden, aber wir dürfen den Investor auch nicht vergraulen und mit Einschränkungen überfordern.“ Immerhin habe Springe das Glück, dass jemand so viel Geld in die Hand nehmen wolle.

Vize-Ortsbürgermeister Carsten Marock (SPD) ist „sehr froh, dass sich jemand kümmert“. Er begrüßt das Projekt „auf jeden Fall“. Auch die Wochenmarkt-Händler hätten die Schließung des alten Rewe-Marktes zu spüren bekommen. Den Abriss des Woolworth-Gebäudes nehme er dann auch in Kauf. „Das geht gar nicht anders. Das ist heute wirtschaftlich nicht mehr nutzbar.“ Vorstellen kann sich Marock vor Ort auch speziell seniorengerechtes Bauen. „Das ist eine große Chance, so etwas generell umzusetzen. Es sind viele Faktoren, die einfach gerade gut zusammenpassen.“ Positiver Nebeneffekt: Das Projekt stimme mit dem Einzelhandelskonzept und dem Regionalen Raumordnungsprogramm überein. „Wir gehen einen Schritt in die richtige Richtung und das ist der beste Weg.“

Als einen absolut positiven Vorstoß des Investors bewertet auch Ortsratsmitglied Tim Schmelzer (CDU) die Umgestaltung der Innenstadt: „Das ist die allerletzte Chance für Springe, damit die Stadt wieder auf die Beine kommt“, so Schmelzer. Gleichzeitig hofft er, dass mit dem Großprojekt auch das Leerstands-Problem gelöst werden kann, wenn wieder mehr Frequenz kommt. Dass das alte Woolworth-Gebäude im Zuge der Maßnahmen abgerissen werden soll, müssten die Springer in Kauf nehmen: „Das Gebäude ist völlig abgängig, da werden wir niemanden finden, der sich da ansiedeln würde.“ Sein Wunsch für das Bauprojekt: Die neuen Gebäude sollten optisch ins Stadtbild passen. Außerdem hofft er, dass die Parkpalette aufgewertet wird.

Wichtig ist ihm vor allem, die heimischen Geschäftsleute mit ins Boot zu holen und sich über die Pläne auszutauschen. „Auch den hier ansässigen Unternehmen sollte man die Möglichkeit geben, sich zu beteiligen oder anzusiedeln“, betont Schmelzer. Auch sollten die Vorstellungen etwa von Rewe berücksichtigt werden.

Der Ortsrat trifft sich am Donnerstag, 9. Februar, um 18 Uhr im Alten Rathaus.

Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare