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Warum Gewitter schwer vorherzusagen sind

SPRINGE. Freitagnachmittag gegen 14 Uhr: Es blitzt und donnert, auf manchen Straßen steht das Wasser knöcheltief: Zuvor hatte der Deutsche Wetterdienst vor einer „Extremwetterlage“ berichtet. Wie kommen solche Warnungen zustande, was bedeuten sie und wann muss unbedingt auf sie geachtet werden?

Zwei Blitze, eine Warnung: In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch kam es zu Gewittern. FOTOS: CAP

Autor

Bernhard Herrmann Reporter

Bei den etwa dreistündigen schweren Gewittern in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch etwa, die von Südosten über Springe, Laatzen und Hannover hinwegzogen, gab es keine wetterbedingten Einsätze. Dabei hatte das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) Dienstagmittag davor gewarnt, dass es in den nächsten Tagen wieder zu Unwettern und Überschwemmungen kommen könne und empfahl, mehr Selbstschutz zu betreiben sowie die Eigenheime besser auf Extremwetterereignisse vorzubereiten.

Nach dem Gesetz über den Deutschen Wetterdienst (DWD-Gesetz), ist die meteorologische Sicherung der Luft- und Seefahrt, der Verkehrswege sowie wichtiger Infrastrukturen, Aufgabe des DWD. Ausschließlich der DWD darf amtliche Warnungen über Wettererscheinungen, die zu einer Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung führen können, herausgeben. Andere kommerzielle und private Wetterdienste, die ihre Dienstleistungen vornehmlich im Internet anbieten, erwerben die Daten vom DWD.

Wie kommt es zu solchen Meldungen und deren Verbreitung? Rüdiger Hartig, Meteorologe beim DWD in der Hamburger Regional- und Seewetterzentrale, die auch für die Region Hannover zuständig ist, erläutert, dass Gewitter kleinräumige Ereignisse sind, die meist aus mehreren Zellen für etwa 30 bis 45 Minuten bestehen. „Erst wenn die Luftmasse bereit für Gewitter ist, können die in schwüler Luft entstehenden Gewitterzellen per Wetterradar, eines steht vom DWD am Flughafen Hannover-Langenhagen, beobachtet und verfolgt werden“, sagt Hartig. Ein Auslösemechanismus für Gewitter ist die Überhitzung am Boden zum Beispiel in Städten. Besteht dann eine etwa 50-prozentige Wahrscheinlichkeit für Gewitter erfolgt eine Vorabinformation und eine Vorwarnung vom DWD. Eine Akutwarnung erfolgt mit einem Vorlauf von etwa einer bis zwei Stunden.

Beim DWD gibt es „Wetterwarnungen“ (Stufe 1), „Warnungen vor markantem Wetter“ (Stufe 2), „Unwetterwarnungen“ (Stufe 3) und „Warnungen vor extremem Unwetter“ (Stufe 4).

Letztere sorgte dann dafür, dass in der Nacht über automatisierte Vorgänge die Warnung auch bei Katwarn vor einer „Extremwetterlage“ in Springe aktiviert wurde. „Amtliche Unwetterwarnung vor schwerem Gewitter mit heftigem Starkregen und Hagel“.

Tatsächlich lief das Wetterereignis dann aber wesentlich glimpflicher ab als angekündigt. „Weil die Warnung speziell vor regionalen und sehr kleinräumigen Unwettern sehr schwierig ist, warnt der DWD großräumiger und häufiger“, sagt der Meteorologe.

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