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Warum der Freifunk-Initiator mangelnde Unterstützung beklagt

SPRINGE. Als Leon Plesse Anfang 2016 die Freifunk-Initiative nach Springe holte, war die Begeisterung groß: Zahlreiche Springer wollten sich beteiligen, um kostenloses Internet für alle zu schaffen. Jetzt, knapp zwei Jahre später, kommt die Ernüchterung. Die Initiative bekomme immer weniger Unterstützung.

Leon Plesse
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Saskia Helmbrecht Volontärin zur Autorenseite

„Man sieht: In unserer heutigen Gesellschaft ist es nur noch ein Nehmen statt Geben“, ärgert sich Plesse. Auch fehle das Verständnis bei einigen Mitstreitern. Die Initiative besteht derzeit aus zwei Freiwilligen und einem weiteren Helfer in Eldagsen, die das Projekt neben Studium und Beruf betreuen – und zwar ehrenamtlich in ihrer Freizeit. „Von uns wird einfach alles erwartet, dabei sind wir keine Unternehmer“, sagt Plesse. Zudem müsse man kein Informatiker sein, um mitzuhelfen. „Das ist kein Hexenwerk. Die Anforderung ist ähnlich hoch, als wenn man auf seinem PC Java herunterlädt“, betont der Student. Und: Um die Gruppe zu unterstützen, müsse keiner Mitglied werden oder einen Beitrag zahlen.

Zahlreiche Springer hätten sich immer wieder an die Aktiven gewandt: Freifunk funktioniere nicht oder die Verbindung sei zu langsam, andere beklagen sich, dass es bei ihnen in der Nähe noch kein kostenloses Internet gäbe. „Macht da mal was, heißt es dann.“

„Diese Sätze hören wir in letzter Zeit immer wieder und das finden wir wirklich sehr schade“, sagt Plesse. Vielmehr würde er sich wünschen, dass mehr Springer aktiv würden statt sich zu beschweren, dass sie noch nicht kostenlos surfen könnten. „Erst wird großes Interesse gezeigt, dann sprechen wir mit ihnen über Möglichkeiten und werden dann fallen gelassen. Die Mühe war umsonst“, sagt Plesse resigniert. „Viele wollen es gerne haben, aber etwas dafür machen, wollen sie dann nicht.“

Lob gibt es von ihm vor allem für die Stadtverwaltung: Die Mitarbeiter hätten das Projekt gut unterstützt, sodass der Marktplatz mit Freifunk ausgerüstet sei. Das war das primäre Ziel, als Plesse die Initiative nach Springe holte.

Zudem konnten die Jugendzentren in Springe, Eldagsen und Bennigsen mit freiem Internet ausgestattet werden. Und im Süllbergort soll das Netz im kommenden Jahr ausgebaut werden, kündigt Plesse an. Dort liefe die Zusammenarbeit mit Bürgermeister Jörg Niemetz reibungslos, ebenso mit Sportring-Chef Tobias Berger. So konnten bereits mehrere Sportstätten an das Netz angeschlossen werden (wir berichteten).

In Völksen hingegen ruht das Projekt. Allerdings gebe es dort gar nicht das Bestreben, Internet für alle bereit zu stellen, sagt Ortsbürgermeister Andreas Wietstock. „Dafür sehe ich derzeit gar keinen Bedarf und es war auch nie Thema“, sagt Wietstock. Ihm wäre es neu, dass sich die Völksener freies Wlan wünschten.

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