weather-image
18°

Volksbank: Springer Kunden behalten nach Fusion Kontonummern

Für Springer Kunden ändert sich kaum etwas – ihre Kontonummern werden sie behalten.

An der Bernauer Straße betreibt die Volksbank nur noch eine Selbstbedienungsfiliale ohne Mitarbeiter. Gestern gaben die Vorstandsmitglieder der Institute Hildesheim-Pattensen-Lehrte und Hildesheimer Börde ihre Fusionspläne bekannt: Volker Böckmann (v
zett2

Autor

Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

In Hildesheim stellten die Vorstände beider Banken gestern die Fusionspläne vor: Ziel sei, das teils gemeinsame Geschäftsgebiet als einen Markt mit einer Bank abzudecken, so der alte und designierte neue Vorstandschef Henning Deneke-Jöhrens.

Nach mehrmonatigen Verhandlungen hatten Vorstände und Aufsichtsräte am 19. Dezember einen Kooperationsvertrag abgesegnet und unterzeichnet. Klares Ziel: Die Fusion soll in diesem Jahr beschlossen und bis Mitte nächsten Jahres umgesetzt werden. Im Juni sollen die Vertreterversammlungen beider Institute die Verschmelzung absegnen – die dann rückwirkend zum 1. Januar gilt.

Die neue Bank behält den Namen Hildesheim-Lehrte-Pattensen, den sie bei der jüngsten Fusion zwischen Hildesheim und Lehrte-Pattensen-Springe-Ronnenberg im Jahr 2015 angenommen hatte. Weitere Fusionen wollte Deneke-Jöhrens für die Zukunft nicht ausschließen: „Ich glaube aber, dass wir uns jetzt in sinnvollen Grenzen befinden.“

Ausgeschlossen seien durch die Fusion in jedem Fall betriebsbedingte Kündigungen. Man werde stattdessen den eingeleiteten Stellenabbau etwa durch Altersteilzeit fortsetzen. So hatte die heimische Volksbank im vergangenen ihren Personalstamm von 450 auf 427 Mitarbeiter zurückgefahren. Parallel war das Netz von 45 auf 28 Geschäftsstellen zurückgefahren worden – unter anderem wurden die Standorte Gestorf und Springe-Bernauer Straße geschlossen oder zu SB-Stellen umgewandelt.

Vorgestellt hatte die Volksbank gestern auch ihre Bilanz für das abgelaufene Jahr. Man stehe nach wie vor unter dem Druck der niedrigen Zinsen: „Daran wird sich auch erst mal nichts ändern“, so Deneke-Jöhrens. Trotzdem sei es gelungen, erneut zu wachsen:

Niedrigzinsen bleiben
ein Problem

Die Einlagen der Kunden nahmen um 2,6 Prozent zu: Trotz der niedrigen Zinsen wollten die Kunden ihr Geld offenbar sicher anlegen und täglich verfügbar wissen. So habe man bei einer unveränderten Kreditvergabe die Bilanzsumme unter dem Strich um 2,1 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro steigern können. Dass auch die Volksbank Hildesheimer Börde ein Plus verzeichnete, zeige, dass die angestrebte Fusion aus einer Position der Stärke und finanziellen Gesundheit erfolge, betonten die Vorstände.

Als kleineres Institut wird die Volksbank Hildesheimer Börse allerdings stärkere Federn lassen: Sie verliert neben ihrem eigenen Namen auch einen ihrer zwei Vorstandsposten: Marcus Hölzler ist künftig Generalbevollmächtigter.

Er wolle aber bei nächster Gelegenheit in den Vorstand nachrücken, machte er deutlich (siehe Infokasten). Außerdem müssen sich die gut 33 000 Kunden der kleineren Bank auf neue IBAN-Nummern einstellen – im Gegensatz zu den 112 000 Kunden, die Hildesheim-Lehrte-Pattensen mitbringt.

Ein kleines Gerangel wird es wohl um die Plätze im Aufsichtsrat geben: Das neue Gremium soll 21 Plätze haben – bislang haben beide Institute zusammen 26. Abgeben müssen die bisherigen Mitglieder aber noch mehr Plätze: Denn mit künftig mehr als 500 Mitarbeitern bekommen die Arbeitnehmer laut Gesetz ein Drittel der 21 Mandate. Der Anteil der heimischen Volksbank sinkt dann auf zehn Plätze. Bislang sind in dem Gremium auch die Springer Vertreter Karl-Heinrich Rohlf und Stefan Rust vertreten. Langfristig soll der Aufsichtsrat gar von 21 auf nur noch 18 Mandate verkleinert werden.

Anzeige

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare