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Hische hält Wiederaufbau für finanziell nicht vertretbar / SC Bison will von der Stadt Geld zurück

Verwaltung sagt Nein zu neuer Sporthalle

Springe (mf). Die Stadtverwaltung hat sich entschieden – und zwar gegen einen Wiederaufbau der abgebrannten Bisonsporthalle. Angesichts der desolaten Haushaltslage könne man dem Stadtrat „seriös und ernsthaft nichts anderes vorschlagen“, machte Bürgermeister Jörg-Roger Hische gestern auf NDZ-Anfrage deutlich.

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„Ich sage dies schweren Herzens“, versichert Hische, doch der kostspielige Wiederaufbau der Halle sei der breiten Öffentlichkeit angesichts der allgemeinen Sparzwänge kaum vermittelbar, glaubt er. Das sich für 2012 abzeichnende Haushaltsdefizit sei so groß, dass sich die Bürger und viele Vereine auf weitere Einschränkungen einstellen müssten. „Dann können wir nicht gleichzeitig derart viel Geld für eine neue Halle ausgeben, die nicht zwingend gebraucht wird.“ Zumal die Versicherungssumme allein kaum ausreichen dürfte, ist Hische überzeugt. „Erst recht nicht für die von vielen gewünschte Mehrzweckhalle.“

Um den Schulsport sicherzustellen, reichten die vorhandenen Kapazitäten aus. Und mit einigen Einschränkungen könne auch der SC Bison Calenberg woanders untergebracht werden, so der Bürgermeister.

Das eingesparte Geld soll nach Vorstellungen der Verwaltung zur Schuldentilgung eingesetzt werden. Die Versicherung würde in diesem Fall 1,7 Millionen Euro überweisen, bei einem Wiederaufbau hätten laut Vertrag 1,9 Millionen fließen müssen.

Verzichtet die Stadt auf eine neue Halle, drohen ihr allerdings weitere Abstriche: Sie müsste Teile eines Zuschusses erstatten, den ihr das Land im Jahr 1998 bei der Übernahme der Sportstätte gewährt hatte. Die Finanzspritze war damals an die Bedingung geknüpft worden, dass die Halle mindestens 25 Jahre von der Stadt unterhalten wird.

Wie viel Geld zurückgezahlt werden müsste, will Hische nicht konkret sagen. Nach NDZ-Informationen soll es sich aber um einen hohen fünfstelligen Betrag handeln. Nächste Woche will der Verwaltungschef mit seinem Vertreter Hermann Aden im Innen- und Sportministerium über einen Erlass verhandeln. Die Stadt wolle sich im Gegenzug verpflichten, den fälligen Zuschussrest in die Sanierung der vorhandenen Sporthallen zu stecken, verrät Hische die Marschroute.

Morgen will der Bürgermeister seine Entscheidung auch noch einmal den Handballfreunden darlegen, die sich angesichts des angestrebten Aufstiegs in die 2. Bundesliga eine größere Spielstätte wünschen. Wenn der Verein ein überzeugendes Konzept und vor allem einen finanzstarken Sponsor aufbiete, könne man noch einmal in die Diskussion einsteigen. Andernfalls bleibe die Verwaltung bei ihrem Nein zum Neubau, betont Hische.

Der SC Bison Calenberg als Pächter der alten Halle reagierte erwartungsgemäß enttäuscht auf die Nachricht aus dem Rathaus. „Wir werden nicht locker lassen“, macht Vorsitzender Klaus Johansson deutlich. In den nächsten Wochen wolle der Club Gespräche mit allen Fraktionen führen. Für Montag sei ein Treffen mit der SPD anberaumt.

Dass die Stadt die Versicherungssumme komplett im Haushalt verschwinden lassen wolle, sei schwer zu akzeptieren. Der SC habe rund 300 000 Euro in die Immobilie investiert. Wenn das Pachtverhältnis nach nicht mal der Hälfte der 30-jährigen Laufzeit ende, müsse auch über eine teilweise Erstattung dieser Summe gesprochen werden.

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