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Verkaufsoffener Sonntag: Fluch oder Segen?

Springe. In Hannover konnte die Stadt gar nicht genug kriegen und genehmigte verkaufsoffenen Sonntag um verkaufsoffenen Sonntag – jetzt hat das Verwaltungsgericht ihr einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ab sofort dürfen in der Landeshauptstadt die Geschäfte nur noch an vier Sonntagen im Jahr öffnen. In Springe können die Kunden bislang fünfmal im Jahr sonntags shoppen gehen – achtmal wären erlaubt. Doch was halten Händler und Kunden eigentlich von diesem Angebot? Die NDZ hat nachgefragt.

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Autor:

von Jennifer Schüller

Uta Rabe von der Werbegemeinschaft WIR weiß, wie viel Aufwand es ist, die verkaufsoffenen Sonntage in der Deisterstadt zu organisieren. Das liege vor allem daran, dass in Springe nicht einfach nur alle Geschäfte öffnen, sondern es auch ein Rahmenprogramm gibt.

„Unsere verkaufsoffenen Sonntage haben immer einen Titel und sind mit einem Markt verbunden“, sagt Rabe. Man wolle den Kunden eine komplett belebte Innenstadt ermöglichen, deshalb suche man immer ein Motto aus. „Ohne Joachim Dörrie würde da nichts laufen. Er organisiert das meiste.“ Der nächste verkaufsoffene Sonntag am 8. November findet zum Beispiel unter dem Thema St.-Martins-Markt statt und wird der letzte in diesem Jahr sein. Und das, obwohl Springe als offiziell anerkannter Ausflugsort im Gegensatz zu Hannover den Händlern sogar bis zu acht Mal erlauben könnte, ihre Geschäfte sonntags zu öffnen. Rabe ist sich jedoch sicher, dass fünf verkaufsoffene Sonntage für eine Stadt von Springes Größe ausreichend sind.

„Es gibt natürlich einige Händler, die sich über noch einen weiteren Termin freuen würden“, weiß sie. Man müsse aber auch an die Besitzer denken. Schließlich gebe es in Springe viele kleine Geschäfte, in denen die Inhaber auch selbst hinter der Ladentheke stehen. Für Carmen Jung, Inhaberin der „Schatulle“ ist das kein Problem. Sie begrüßt die verkaufsoffenen Sonntage. „Die Kunden gehen gerne sonntags los. Es ist immer eine sehr gute Stimmung.“ Die gute Atmosphäre in der Stadt an diesen Tagen ist auch für Irmgard Jung vom „Sportshop Jung“ einer der Gründe, warum sie diese besondere Aktion so schätzt. Es gehe aber auch darum, Menschen aus der gesamten Region nach Springe zu locken.

„Diese Sonntage sind sehr wichtig, um das Besondere unserer attraktiven Innenstadt zu erhalten“, glaubt die Sportgeschäft-Besitzerin. Auch für Ulrike Bormann vom Einrichtungsgeschäft „Konrad Weibke“ ist der Aspekt, Menschen aus dem Umland in die Springer Innenstadt zu locken, entscheidend.

Auch im kommenden Jahr wird es wieder einige Male möglich sein, in der Springer City sonntags auf Shoppingtour zu gehen. Einen Wermutstropfen gibt es allerdings, wie Rabe einräumt. „Eigentlich würden wir an diesem Tagen gerne noch viel mehr mit Musik machen.“ Das sei aber aufgrund der Gema-Gebühren, die dann fällig würden, sehr schwierig.

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