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Bergbühne begeistert 400 Besucher

Vergnügliches Verwirrspiel

Lüdersen (si). Im Haus von Schlachtermeister Bernhard Tramsen entgeht Meta Boldt nichts: Wie eine klatschsüchtige Person den Frieden eines ganzen Mietshauses stören kann, das erlebten gut 400 Besucher in der Bergdorfhalle. Mit zwei ausverkauften Aufführungen des kurzweiligen Dreiakters „Tratsch im Treppenhaus“ eröffnete die Bergbühne am Wochenende die neue Spielzeit.

Im Mittelpunkt der turbulenten Handlung: Erwin Delekat und Birgi

Beeindruckend, wie das verjüngte Ensemble des Laientheaters den nach wie vor im Trend liegenden Ohnsorg-Klassiker spielt, zu einer überaus unterhaltsamen Angelegenheit werden lässt, bei der Humor nicht zu kurz kommt und das faszinierende Publikum bis zum Schluss die Darsteller zu Szenenapplaus herausfordert. Tratschtante Meta Boldt (Christa Assel) lässt in der Handlung keine Gelegenheit aus, um unter den Bewohnern des Hauses ständig das Feuer zu schüren. Besonders der Mieterin Hanne Knoop (Birgit Koch), einer herzensguten Frau, die jeden Streit aus dem Wege gehen möchte, macht sie das Leben schwer. Was anfangs ebenfalls für ihren Nachbar Ewald Brummer (Erwin Delekat) gilt, dem überaus empfindlichen Steuerinspektor a. D. und Vorsitzenden des örtlichen Kaninchenzuchtvereins „Weiße Pfote“.

Kompliziert aber wird es, als aus der zweiten Etage Frau Knoop die Tochter ihres Chefs (Dieter Ebeling) bei sich aufnimmt und das im Haus publik wird. Denn Untervermieten ist hier vertraglich verboten. Nachbar Brummer stört sich besonders an der lauten Musik, die aus dem Zimmer von Silke Seefeld (Lisa Feise) dringt. Nicht einverstanden mit der neuen Bewohnerin sind auch Hauswirt und Schlachtermeister Bernhard Tramsen (Michael Kratzin) und Brummers Neffe Markus (Geritt Nette). Der junge Mann sucht nach einem Streit daheim mit seinem Vater ebenfalls in dem turbulenten Haus Unterschlupf. Auch im weiteren Verlauf der Handlung fädelt Frau Boldt ständig neue raffinierte Pläne ein, die für urkomische Verwicklungen sorgen – und bei denen das Publikum aus den Lachen nicht herauskommt. Die charmante neue Mieterin bringt es schließlich fertig, die älteren Herren für sich zu gewinnen und den jungen Markus den Kopf zu verdrehen, sodass das vergnügte Verwirrspiel schließlich zu einem guten Ende führt.

Obwohl das Ensemble die meisten Passagen stehend im Gespräch meistern muss, klappt es bis auf die mitunter sich einschleichenden kleinen Hänger problemlos. Das Publikum sorgt für stürmischen Applaus, um allen Mitwirkenden vor und hinter den Kulissen – einschließlich des Regie führenden Hartmut Zilse – für eine tolle Gesamtleistung zu danken.

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