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Wenig Schüler: Leiterin fürchtet um Unterrichtsqualität / Stadt diskutiert Zusammenlegung

Ungewisse Zukunft für Grundschule Altenhagen I

Altenhagen I (zett). Dorette Naumann schlägt Alarm. Die Leiterin der Grundschule Altenhagen war am Mittwochabend gemeinsam mit vielen besorgten Eltern vor den Ortsrat getreten, um auf die Zukunftssorgen ihrer Schule aufmerksam zu machen. In der Diskussion sind Zusammenlegungen mit den Grundschulen Hachmühlen oder Am Ebersberg in Springe.

Sorgen um die Zukunft: Die Jungen und Mädchen von der Grundschul

Das Hauptproblem der Grundschule Altenhagen, die als kleinste Niedersachsens gilt, ist die niedrige Schülerzahl. Laut Prognose soll diese in den nächsten Jahren nicht über 40 steigen. 13 müssten es allein pro Jahrgang sein, um die Klassen getrennt unterrichten zu können. So aber sind bereits die Schulstunden der ersten und zweiten Klassen zusammengelegt; betreut werden die Kinder von einem oder bei Bedarf zweien der insgesamt drei Lehrerinnen.

Bürgermeister: „Wir prüfen alle Optionen“

Weil die Grenze von 13 Schülern pro Klasse unterschritten wird, schrumpft auch die Zahl der Unterrichtsstunden, die der Schule zugebilligt werden. Ergebnis: Auf dem Papier hat die Schule sogar eine klare Lehrer-Überversorgung. Momentan werden die Pädagogen noch von einem Referendar unterstützt, der selbstständig unterrichten kann. Ob das im neuen Schuljahr auch noch der Fall ist, weiß Naumann nicht: „Es gibt keine Garantie, dass die Lehramtsanwärter ohne Unterstützung in die Klasse gehen können. Sie sind ja noch in der Ausbildung“.

Im Ernstfall hätte die Schulleiterin ein noch größeres Problem: Sie müsste mehr Stunden streichen; Hochbegabtenbetreuung und Förderstunden fielen weg – und die dritten und vierten Klassen müssten in den Hauptfächern Mathe, Deutsch und Englisch ebenfalls gemeinsam unterrichtet werden. „Das ist eigentlich vom Kultusministerium nicht erwünscht“, sagt Naumann. Für diesen Fall sei kein Unterrichtsmaterial auf dem Markt; es gebe keine Fortbildungen. Pädagogisch sei diese Maßnahme deshalb nicht sinnvoll.

Deswegen sucht die Stadt Springe als Schulträger jetzt fieberhaft nach Lösungen. „Wir prüfen alle Optionen“, sagte Bürgermeister Jörg-Roger Hische der NDZ. Vordringliches Ziel sei, „die Schüler hier zu halten.“ Gabriele Tegtmeyer vom Schulamt berichtete im Ortsrat von Gesprächen mit Vertretern aus Bad Münder über eine Zusammenlegung der Schulen in Altenhagen und Hachmühlen. Eine weitere Möglichkeit sei den Anschluss an die Grundschule Am Ebersberg in Springe als Außenstelle. Wilfried Nikolay (CDU), beratendes Ortsratsmitglied, warnte vor einer Zusammenlegung: „Kleine Ortsteile dürfen bei so etwas nicht den großen geopfert werden.“ Andererseits könne eine Außenstellenlösung „das kleinere Übel sein“, sagte Nikolay.

Schulleiterin Naumann und die Eltern richten ihren Blick jetzt vor allem in Richtung Kultusministerium. Die Botschaft von dort laute, kleine Schulen sollten erhalten bleiben, so Naumann: „Dann sollten diese Schulen von dort aus auch wirklich gefördert werden.“ Sie würde sich eine vierte Lehrkraft mit 15 Stunden zusätzlich wünschen: „Aber ich habe keine Entscheidungsgewalt.“

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