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Springer Krankenhaus verliert heute seinen Namen / Kritik an Notfall-Ambulanz wächst

Um 9 Uhr ist Schluss

Springe. Am Ende sind es zwei Patienten. Zwei Kranke, die heute Morgen – nach dem Frühstück, gegen 9 Uhr – aus der Springer Klinik geschoben und nach Gehrden gebracht werden. Wenn sich hinter ihnen die Türen schließen, klappt auch ein Kapitel der Stadtgeschichte zu. Das Springer Krankenhaus ist Geschichte.

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Autor:

VOn MARITA SCHEFFLer

„Nach vier Wochen werden wir das erste Mal Bilanz ziehen“, kündigt Holger Dorl an. Dorl hat die Stabsstelle im Direktorium der Klinikum Region Hannover (KRH) inne, von Gehrden aus koordiniert er das „komplette Leerziehen des Standortes Springe“ und kümmert sich ebenso um die Nachnutzung des Gebäudes. Zusammen mit seinem Kollegen Carlos Trindade hat er auch das Konzept für die Notfallambulanz erstellt, die in Springe bleibt. Einen ersten Zwischenstand dazu, wie das Modell angenommen wird und wo nachgebessert werden muss, werde es bereits nach einem Monat geben, so Dorl.

In Springe wächst unterdessen der Unmut darüber, dass die 24-Stunden-Ambulanz nur mit einem Internisten besetzt sein wird. „Eine Farce“, sagt ein Klinik-Mitarbeiter, der aus Angst vor Repressalien nicht öffentlich seinen Namen nennen möchte. Den Springer Kollegen sei vorab eine deutlich bessere Ausstattung versprochen worden. „Wenn nur ein Internist da ist, welcher Bürger geht dann im Notfall nach Springe? Der Standort schwächt sich selbst, wenn zum Beispiel die ganzen Sportverletzungen nicht vor Ort behandelt werden können.“

Klinikumssprecher Bernhard Koch weist den Vorwurf zurück. Ein Internist könne auch Brüche und kleine Schnittverletzungen begutachten und behandeln: „Er versteht etwas vom ganzen Menschen.“ Nicht ohne Grund seien die meisten Hausärzte Internisten.

Über die gesamte Krankenhaus-Schließung sagt Dorl: „Das war ein schwieriges, heikles Thema.“ Um so lobenswerter sei, wie gut sich alle Springer Kollegen zuletzt in die Situation eingefügt hätten: „Der Umzug läuft geräuschlos.“ Es werde nur noch einige Tage dauern, bis die Verlagerung beendet sei. „Wir gucken, was es an Möbeln und Medizintechnik gibt, die wir noch an anderen Standorten der KRH gebrauchen können.“

Bleiben Möbel wie Nachtschränke, Stühle oder Kleinteile wie Seifenspender stehen, sei denkbar, Kontakt zu Asylbewerberheimen aufzunehmen, sagt Dorl. „Unser Ziel ist, dass möglichst nichts auf dem Müll landen muss.“

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