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Krach am Burghof: Pädagogin Bredow wirft hin / Stadt besetzt Stelle bis auf Weiteres nicht neu

Trennung im Museum – mit fatalen Folgen?

Springe (ric). Ein erster Sparvorschlag der Stadt hat sich praktisch von selbst verwirklicht: Das Museum auf dem Burghof hat sich von seiner hauptamtlichen Mitarbeiterin Sabine Bredow getrennt – oder besser: Bredow hat dem Museum den Rücken gekehrt. Nach NDZ-Informationen soll es wieder Krach hinter den Kulissen gegeben haben.


Offiziell wird das vorzeitige Ausscheiden der Diplom-Kulturpädagogin damit begründet, dass diese sich eine Vollzeitstelle gesucht habe. „Es ist aus ihrer Sicht zu verstehen“, sagt die Vorsitzende des Museumsvereins, Angelika Schwager, auf Nachfrage. In Springe hatte Bredow als Angestellte der Stadt keine Chance gesehen, diese Vorstellung zu verwirklichen. Und doch hinterlässt Bredows Weggang – sie arbeitet zukünftig bei einer kirchlichen Organisation in Hannover – einen bitteren Beigeschmack, ganz abgesehen vom persönlichen und fachlichen Verlust. Vieles erinnert an das Ausscheiden ihrer Vorgängerin Martina Mußmann – auch mit ihr einigte sich die Stadt im Sommer 2005 auf einen Auflösungsvertrag. Ebenso wie im Fall Mußmann soll es immer wieder Konflikte mit den Ehrenamtlichen aus der Vorstandsriege des Museums gegeben haben, berichten Insider. „Es lief sicher nicht immer alles geradeaus“, formulierte Schwager, ohne jedoch entsprechende Gerüchte zu bestätigen. Offiziell hatte Bredows Vertrag noch bis Ende Juni Gültigkeit.

„Wir haben eine einvernehmliche Regelung getroffen“, nimmt Bürgermeister Jörg-Roger Hische Stellung. Er erinnerte an den Sparvorschlag, die Stelle im Zuge der Haushaltssicherung ohnehin zu streichen – „wobei die Entscheidung natürlich beim Rat liegt.“ Offensichtlich kursiert die Idee schon länger in den Köpfen der Verwaltungsspitze: Bereits im Herbst war klar, dass Sabine Bredow gehen würde – und da gab es offiziell noch keine Rotstiftliste im Bereich der freiwilligen Leistungen. „Es wäre falsch, die vakante Stelle jetzt neu auszuschreiben“, meint Hische. Und auch Schwager sagt: „Wir dürfen keine falschen Hoffnungen wecken.“ Der Museumschefin – die es im Übrigen klar ablehnt, selbst die hauptamtliche Stelle zu übernehmen – schwebt nun ein Kompromiss vor: „Wir könnten die Zähne zusammenbeißen und damit leben, für ein Jahr ohne Pädagogen auszukommen.“ Im Anschluss, so die Bedingung, müsste die Stelle aber besetzt werden. „Wir machen als Museum ehrenamtlich so viel Außenwerbung für die Stadt – das muss es ihr einfach wert sein.“

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