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Letzte Probe: Nachwuchsmangel lässt Eldagsener Damen die Gesangbücher für immer schließen

„Traurig“ – Frauenchor nach 92 Jahren am Ende

Eldagsen (si). 92 Jahre – und nun ist es vorbei: Der Frauenchor Eldagsen löst sich endgültig auf. „Ich bin sehr traurig und kann es noch immer nicht glauben“, gestand Jutta Stolle bei ihrer letzten Amtshandlung als Vorsitzende. Wie zahlreichen anderen Vereinen fehlte zum Schluss auch den Sängerinnen aus Eldagsen der Nachwuchs.

Chorleiterin Elena Rost und ihre Sängerinnen bei der letzten Pro

Die Alarmglocken schrillten schon vor zwei Jahren. Doch trotz wiederholtem Appell des Vorstandes und Bemühen von Chorleiterin Elena Rost, schaffte es die Singgemeinschaft nicht, einen Generationswechsel auf den Weg zu bringen. Das erkennbare Ende des Traditionschores nahm unvermindert seinen Lauf. Auch in Eldagsen klagen die Dirigenten aus den Vereinen seit Langem, dass es immer schwerer wird, junge Menschen für den Chorgesang zu gewinnen. Bei den verbliebenen Sängerinnen war zwischenzeitlich die Idee aufgekommen, eine gemischt singende Gemeinschaft zu gründen. Angeklopft hat in dieser Hinsicht Elle von Brevern vom nahen Kirchenchor St. Alexandri. Auch darüber hinaus gab es noch Vorschläge – doch am Ende war alles vergeblich.

Am Dienstagabend, dem letzten Probesingen des Frauenchores, wurde jedoch nicht nur Trübsal geblasen. Chorleiterin Rost ließ die Damen noch ein letztes Mal die Liedermappen aufschlagen. Da einige Gäste aus den heimischen Gesangvereinen eingeladen waren, schmetterten die Sängerinnen eine bunt gefächerte Programmfolge. Dafür erhielten sie viel Anerkennung.

Liedermutter Karla Wolff erinnerte anschließend mit einer Rückblende an die schönen Jahre des Chores, den gleich nach dem Ersten Weltkrieg fünf Eldagsenerinnen unter dem damaligen Lehrer Klare aus der Taufe gehoben haben. Der Frauenchor hat sich besonders nach dem Zweiten Weltkrieg in stattlicher Stärke um die kulturellen Belange der alten Calenberger Stadt bei vielen Konzerten und Gottesdiensten verdient gemacht, hob Wolff hervor. „Wir haben in all den Jahren unser Repertoire mit volkstümlichen Weisen und moderner Chorliteratur dem deutschen Lied gewidmet, uns aber ebenso an die Werke der großen Komponisten gewagt.“

Unterstrichen wurden Wolffs Aussagen noch einmal von Bärbel Hagemann. Ihr lag es am Herzen, mit einer Diaschau auch all jene Stationen in Wort und Bild hervorzuheben, die in der 92-jährigen Geschichte des Eldagsener Chores als Höhepunkte herausstachen.

Ebenfalls kamen die Ausflüge und Reisen, die der Vergnügungsschuss unter Lieselotte Sauer arrangierte, zur Sprache. Über Blumengebinde freute sich am Schluss unter anderen das Pastorenehepaar Torsten und Katrin Schoppe, die langjährigen Gastgeber im Pfarrhaus. Sie dankten für eine sehr schöne Zeit, die den leidenschaftlichen Sängerinnen sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird.

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