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Streit über Radverkehrs-Pläne in der Rosenstraße

SPRINGE. Eigentlich sollen Radfahrer innerorts auf die Straße. Das sieht Springes Fahrradkonzept vor, das die Stadtverwaltung gemeinsam mit Experten erarbeitet hatte. Dienstagabend nun hat eine Vorlage der Verwaltung das Thema im Bauausschuss wieder aktuell werden lassen – und für Kontroversen gesorgt.

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Mischer

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Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Auf der Straße sind Radfahrer sicherer, weil sie von Autofahrern besser wahrgenommen und Unfälle auf diese Weise vermieden werden können – so lautete eines der Resümees, das das Team von Experten des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs, der Polizei und der Verwaltung vor zwei Jahren im Rahmen des Radverkehrkonzepts für Springe gezogen hatte.

Nun gab es Streit über Vorhaben für die Rosenstraße und Fünfhausenstraße: Der nördliche Fußweg an der Rosenstraße soll mit einem Zusatzschild „Radfahrer frei“ versehen werden. Das brachte Ratsfrau Elke Thielmann-Dittert (Grüne) auf den Plan: Sie wies darauf hin, dass die Planung nicht mit neusten Verkehrs-Erkenntnissen vereinbar sei – auch nicht mit dem für Springe vorgesehenem Fahrradkonzept. „Gerade in größeren Städten, wie etwa Hannover, werden immer mehr Radwege auf die Fahrbahn gelegt.“ Im Zusammenhang mit der Verwaltungsvorlage sprach sie von einer „übervorsichtigen Oma-Planung“ und verwies eben darauf, dass Radfahrer, Untersuchungen zufolge, auf der Straße sicherer seien, als auf Rad- oder Fußwegen.

Sie beantragte, dass auf beiden Seiten der Rosenstraße auf der Fahrbahn eine Markierung für Radler angebracht werden soll, die ihnen erlaubt, dort zu fahren.

Ulrich Kalinowski (CDU) stellte klar, dass der Ortsrat sich die Variante mit dem kombinierten Rad/Fußweg nach intensiver Diskussion gewünscht hatte. Und betonte, dass Radfahrer sich an der Stelle aufgrund des Busverkehrs auf der Straße unsicher fühlen würden. „Wenn ein Busfahrer versucht, einen Radler auf der Straße zu überholen, birgt das ein großes Risiko.“

Gerd Gennat von der Verwaltung erläuterte, dass auf besagten Fußweg kein beidseitiger Radverkehr geplant sei – woraufhin Dittert ihren Antrag änderte – und einen Schutzstreifen für den Straßen-Abschnitt beantragte. Sigrid Hachmeister und Ursel Postrach (beide SPD) stimmten dafür. Die Sozialdemokratinnen betonten, dass man mit dem Schutzstreifen in Völksen gute Erfahrungen gemacht habe. Die übrigen Ausschussteilnehmer stimmten für die Verwaltungsvorlage – gegen den Dittert-Vorstoß.

Nun liegt die Entscheidung wieder beim Ortsrat. Der wird darüber morgen ab 18 Uhr im Alten Rathaus sprechen.

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