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Straßenlaternen über Nacht brennen zu lassen, wird teurer

SPRINGE. Es klingt so einfach: Die Straßenlaternen werden ohnehin auf LED umgerüstet – und sparen Geld ein. Da könnten sie auch gleich die gesamte Nacht über brennen, um das Sicherheitsgefühl der Springer zu erhöhen. Leider geht diese Rechnung offenbar nicht auf.

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Mischer

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Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

3800 Straßenlaternen gibt es in Springe. 300 davon sind bereits auf moderne LED-Technik umgerüstet. 1200 Stück wurden auf das Cosmo-Polis-Technik umgestellt. Die ist zwar auch sparsam – aber eben nicht so sparsam wie LED-Technik. Soll die Rechnung mit der Abschaffung der Nachtabschaltung aufgehen, müssten die Leuchten beim Brennen noch mehr sparen – also ebenfalls auf LED umgerüstet werden. Das ist bisher noch nicht vorgesehen. Und treibt die Kosten nach oben.

„Außerdem ist es fragwürdig, ob wir die Förderung für die Umrüstung vom Bund erhalten, wenn wir die Nachtabschaltung aussetzen“, sagt Tiefbau-Fachdienstleiter Gerd Gennat. Immerhin müsse nachgewiesen werden, dass 70 Prozent Energiekosten eingespart werden. Diese Summe sei nicht erreichbar, wenn die Lampen künftig, wie zuletzt von der CDU vorgeschlagen, die ganze Nacht über an bleiben.

Eine Variante bringt der Experte stattdessen ins Spiel: Das Licht könnte zu ganz später Stunde gedämmt werden. Also weniger hell strahlen als am frühen Morgen oder am Abend, wenn viele Menschen auf den Straßen sind.

Denn auch dazu hat der Fachdienst konkrete Zahlen – wie viele Springer sind eigentlich unterwegs, wenn die Lampen ausgeschaltet sind? Auf einer der meistbefahrenen Verkehrsachsen der Stadt, der Auffahrt zur B 217 an der Oppelner Straße, wurden während der Abschalt-Zeit 25 Verkehrsbewegungen gezählt.

Im Bauausschuss sprach sich Ulrich Kalinowski (CDU) dafür aus, dass die Lampen an bleiben, „wegen der Sicherheit“. Stattdessen solle man Geld bei der Lampensteuerung einsparen. Gegen eine reine Dämmerungssteuerung votierte indes Hendrik Bennecke (FDP/FWS): „Dann haben wir etwas, das langfristig nutzbar ist.“ Und Carsten Marock (SPD) wünscht sich eine „bessere Steuerung, das ist die bessere Wahl“. Er fordert, dass die Lampen im Bedarfsfall auch per Mobiltelefon ein- und ausgeschaltet werden können – wie vor Jahren schon einmal geplant

Elke Thielmann-Dittert von den Grünen sprach sich dafür aus, dass zunächst grundsätzlich über die Nachtabschaltung entschieden werden solle. Und erst danach über die jeweils passende Steuerungsanlage gesprochen wird.

Ausschuss-Chef Heinrich Freimann (CDU) war gemeinsam mit seiner Stellvertreterin Sigrid Hachmeister (SPD) schließlich dafür, die Entscheidung über die Straßenbeleuchtung zunächst den Ortsräten zu überlassen. Deshalb soll über das Thema erst während der nächsten Sitzung des Finanzausschusses am Donnerstag, 16. Februar, gesprochen werden. „Dann haben alle Ortsräte diskutiert, ob sie das Licht in der Nacht brennen lassen möchten.“ Die Mitglieder des Bauausschusses sahen das genauso. Sie stimmten für Freimanns Vorschlag – mit einer Enthaltung.

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