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Frust über Krippen-Streit sitzt noch tief

Stauß will nicht mehr antreten

Alvesrode (mf). Nach 20 Jahren im Ortsrat, die Hälfte davon als Bürgermeister, verabschiedet sich Peter Stauß mit Ablauf der Legislaturperiode aus der Alvesröder Kommunalpolitik. Bei der Wahl am 11. September will der 50-Jährige nur noch für ein Stadtratsmandat kandidieren.


Einen konkreten Grund für seinen Rückzug nannte Stauß nicht. Allerdings dürfte der Krippen-Streit, bei dem der Ortsrat im vergangenen Jahr eine Niederlage einstecken musste, eine Rolle gespielt haben. Zur Erinnerung: Monatelang war heftig um den Standort der Einrichtung gerungen worden. In Alvesrode hatte man dafür gekämpft, die Krippe in den Räumen des ehemaligen Spielkreises unterzubringen. Am Ende votierte der Verwaltungsausschuss aber für einen Standort in Völksen.

In einer Erklärung bezeichnete Stauß dies gestern noch einmal als „strategische Fehlentscheidung“, für die er die Verantwortung übernehme. „Offensichtlich haben auch meine eigenen Interventionen nicht ausgereicht, einen Kinderbetreuungsstandort im Dorf zu erhalten.“ Der Beschluss pro Völksen richte sich „erkennbar gegen die Empfehlung des Ortsrates, gegen die finanziellen Interessen der Stadt und gegen die infrastrukturellen Bedürfnisse von Alvesrode“. So ganz mag Stauß die Schuld für den Misserfolg dann aber doch nicht auf die eigene Kappe nehmen. „Es stellt sich rückblickend die Frage, ob alle Institutionen in Alvesrode ihren Einfluss in Völksen und Springe geltend gemacht haben, um diese Entwicklung zu verhindern. Daran habe ich meine Zweifel“, so Stauß – ohne ausdrücklich Namen zu nennen.

Wie tief bei ihm die Verärgerung sitzt, zeigt auch eine andere Bemerkung. Für die Zukunft Alvesrodes werde es darauf ankommen, die wenigen, verbliebenen Einrichtungen im Ort zu erhalten „und sich nicht mit den erkennbaren Tendenzen zur Konzentration der finanziellen Mittel auf wenige privilegierte und einflussreiche Stadtteile zufrieden zu geben“, so Stauß – wohl unter anderem in Anspielung auf die kostspielige Stadtsanierung Eldagsen.

Stauß dankt seinem bisherigen Vertreter und möglichem Nachfolger Dieter Gonschorek für dessen Unterstützung. Gemeinsam habe man viel erreicht, bilanziert er und nennt exemplarisch Gerätehausneubau und Sanierung des Dorfgemeinschaftsraums.

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