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Star Wars und die Religion

Springe. Ein Pfarrer mit Leuchtschwert vor dem Altar, Darth Vader auf der Kirchenbank: Klingt erst einmal ziemlich absurd. Zwei junge Pfarrer in Berlin haben sich den Hype um den neuen „Star Wars“-Film zunutze gemacht, wäre das auch in Springe möglich?

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Springe. Ein Pfarrer mit Leuchtschwert vor dem Altar, Darth Vader auf der Kirchenbank: Klingt erst einmal ziemlich absurd. Zwei junge Pfarrer in Berlin haben sich den Hype um den neuen „Star Wars“-Film zunutze gemacht und kurzerhand einen Sternenkrieger-Gottesdienst in der Zionskirche organisiert, der ganz im Zeichen der Sternsaga stand. Wäre das auch eine gute Idee für Springe? „Auf jeden Fall“, sagt Pastor Klaus Fröhlich, der selbst gerne an dieser besonderen Veranstaltung teilgenommen hätte.

Zumal der Film viele religiöse Aspekte behandle: das ewige Duell zwischen Gut und Böse beispielsweise. Die Nähe zu biblischen Themen überrascht Fröhlich nicht, sagt er: „Wie bewusst oder unbewusst diese Anspielungen sind, kann aber nur der Regisseur beantworten.“

Als Fan der Filmreihe habe er selbst bereits in einer Predigt die Geschichte von Hauptperson Anakin Skywalker mit einfließen lassen. „Viele Themen sind nah an der christlichen Botschaft“, stellt er fest. Ideal also für einen speziellen Gottesdienst? „Das ist sicherlich viel Arbeit und problematisch mit den Filmlizenzen. Denn so ein Gottesdienst würde von den Filmausschnitten leben.“

Die Reihe ist Kult: Nicht umsonst ist in Australien die „Star Wars“-Religion offiziell anerkannt. „Kann man schon machen, ist aber wirklich absurd“, meint der Pastor. Ebenso absurd sei die Petition von US-Bürgern, den Todesstern nachzubauen – die aber von der Regierung abgelehnt wurde.

Dass sich die Vorfreude bei vielen Springern aktuell mehr auf einen Film richtet als auf das Weihnachtsfest, sieht der Pastor nicht kritisch: „Das ist keine Konkurrenz zu Weihnachten, sondern das sind zwei verschiedene Dinge.“

Könnte die Kirche den Hype um „Star Wars“ nutzen, um sich weniger verstaubt zu präsentieren? Muss sie gar nicht, findet Fröhlich: „Dieser Vorwurf ist nicht richtig. Die Kirche ist bereits nah an der Realität.“ Filme gezielt zu nutzen, hält Fröhlich aber für legitim. Nur: Interpretieren für seine Gemeinde will er die Werke nicht. „Das muss von den Menschen selbst kommen“, sagt Fröhlich.

Doch um mögliche Parallelen zur Bibel zu erkennen, muss man das Buch auch kennen: Doch das sei leider bei immer weniger Menschen der Fall.sah

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