weather-image
19°

Stadtwerke wollen expandieren

Springe. Die Stadtwerke Springe wollen wachsen: Das Unternehmen plant, noch mehr Kunden außerhalb des Stadtgebiets zu werben und sich zusätzliche Geschäftsfelder zu erschließen.

270_008_7841857_gas_fuenfhausenstrasse.jpg

Autor:

VON CHRISTIAN ZETT

Springe. Die Stadtwerke Springe wollen wachsen: Das Unternehmen plant, noch mehr Kunden außerhalb des Stadtgebiets zu werben und sich zusätzliche Geschäftsfelder zu erschließen. Formal muss die Stadt als größter Gesellschafter noch zustimmen. Ein Problem dürfte das aber kaum sein; schließlich profitiert man im Rathaus selbst von möglichen Mehreinnahmen.
 Anteilseigner des Unternehmens sind neben der Stadt (50,5 Prozent) auch die Versorger BS Energy, Veolia und Stadtwerke Hameln (je 16,5 Prozent). Sie alle haben bei der Gründung der Stadtwerke im Gesellschaftsvertrag festgehalten, dass sich deren Geschäfte auf das „Gebiet der Stadt Springe“ beschränkt.
 Ein Vorhaben, das längst überholt ist: Schon heute versorgen die Stadtwerke nach eigener Auskunft Kunden in Bad Münder, aber auch in Hemmingen, Pattensen, Wennigsen, Gehrden sowie in Teilen von Seelze, Ronnenberg sowie Hannover. „Da die Nachfragen der Kunden auch außerhalb dieses Gebietes weiter steigen, möchten wir dies künftig noch aktiver betreiben“, erklärt eine Sprecherin.
 Aber damit noch nicht genug: Während der Gesellschaftsvertrag neben Strom und Gas grundsätzlich sogar Wasserversorgung, Telefon- und Datenangebote sowie die Abfall- und Abwasserentsorgung vorsieht, haben die Stadtwerke momentan erst mal andere Geschäftsfelder im Sinn: Man wolle künftig verstärkt Fotovoltaikanlagen verkaufen und verpachten – aber auch andere Wege der privaten oder gewerblichen Energie-Erzeugung.
 Allen Veränderungen müsste der Verwaltungsausschuss der Stadt am 10. März zustimmen, heute redet der Finanzausschuss schon über das Thema. Dass die Politik ihren Segen gibt, gilt aber als gesichert: Schließlich wird die Stadt Jahr für Jahr entsprechend ihrer Anteile an den Erlösen der Stadtwerke beteiligt. Diese Summe fiel in den vergangenen Jahren teils deutlich geringer aus als erhofft, weil die Stadtwerke Geld für einen laufenden Rechtsstreit mit Rivale Eon-Avacon zurücklegen mussten.
 Eine Rolle bei den Expansionsüberlegungen dürfte aber auch eine weitere Konkurrenz spielen: Zuletzt hatten vor allem Stadtwerke Hannover (unter der Marke „Enercity“) in Springe massiv um Kunden geworben: Das Unternehmen gehört größtenteils der Landeshauptstadt Hannover sowie der Region.

Die Abdeckung eines Gasleitungs-Zugangs an der Fünfhausenstraße: Die Stadtwerke wollen ihre Angebote noch stärker auch im Umland Springes anbieten. Zett

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare