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Stadtwald als Erholungsraum und Rohstoffquelle

SPRINGE. Ja, auch in Hannover werden Bäume gefällt – aber ausdrücklich nicht aus wirtschaftlichen Gründen. Stadtförster Bernd Gallas findet den Ansatz in der Landeshauptstadt falsch.

Guido Grünewald arbeitet für die Stadt und schneidet mit der Kettensäge eine Buche auf Länge.
Mischer

Autor

Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

„Ich bin grundsätzlich vom Rohstoff Holz überzeugt, weil er nachwächst“, sagt der Stadtförster. Klar ist: Will man Holz als Rohstoff nutzen, müssen Bäume gefällt werden.

„Wie sonst soll der Rohstoff ersetzt werden“, fragt Gallas – und liefert die Antwort gleich mit – „Holz müsste importiert werden“. Und das wiederum ist schlecht für die Klimabilanz. Wer Holz aus der Heimat will, muss also auch in heimischen Wäldern fällen.

Bei Erholungssuchenden und Wanderern stößt das allerdings nicht immer auf Gegenliebe. Gallas betont aber ausdrücklich, dass seine Mitarbeiter darauf achten, dass andere Bäume und Wege möglichst wenig durch die Fällungen beeinträchtigt werden. „Wir versuchen, unser Holz auf nachhaltige Weise anzubauen“, sagt der Stadtförster, „das ist unser Prinzip“. Gallas sieht das als Gratwanderung zwischen wirtschaftlichen Belangen und Umweltschutz. Dass man Holz nicht ohne Spuren aus dem Wald holen kann, ist auch Gallas bewusst, immerhin ist er auch der Naturschutzbeauftragte der Region für Springe.

Ein zusätzliches Problem erschwert die Holzernte im Deister: Durch den Klimawandel gibt es immer weniger Frostperioden, das heißt, die Zeit, während der schwere Maschinen ohne größere Spuren Holz aus dem Wald holen können, schrumpft. Aber es funktioniert dennoch.

Vor mehreren großen Stapeln Buchenholz bleibt Gallas stehen, zeigt auf die Bäume dahinter. „Hier liegt das Holz, da steht der Wald, das ist nachhaltige Wirtschaft“ – Kahlschlag gebe es nicht, „wir können gleichzeitig produzieren und das Biotop trotzdem erhalten“.

Spaziergänger und Wanderer bittet Gallas um Verständnis dafür, dass Wege zuweilen, besonders nach starken Regenfällen, matschig sein können. „Wir sind sehr vorsichtig, aber manchmal lässt sich das nicht vermeiden.“ Problematisch werde es, wenn der Wald sich selbst überlassen bleibe. „Auch in Hannover müssen Bäume gefällt werden, wenn sie drohen, umzufallen“, stellt Gallas klar.

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