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Stadtbibliothek Springe: Boom bei E-Books

SPRINGE. Längst wird nicht mehr nur in gedruckten Büchern gelesen: Besonders im Urlaub entscheiden sich viele für ein E-Book. Das weiß auch das Team der Stadtbibliothek – und bietet eine Online-Ausleihe an. Die kommt gut an.

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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

„Ich bin sehr zufrieden mit der Resonanz“, sagt der Leiter, Tibor Maxam. Bis November gab es bereits 308 E-Book-Nutzer, jeder Fünfte hat somit schon einmal ein E-Book ausgeliehen – das sind 18 Prozent der angemeldeten Leser. „Gerechnet hatte ich zum Start mit zehn Prozent, da sind wir jetzt weit drüber“, freut sich Maxam. 2914 Ausleihen gab es bis jetzt insgesamt auf diesem Wege.

Um den Springern die neue Möglichkeit näher zu bringen, bietet Maxam jeden Dienstag eine Sprechstunde zu dem System an. Bis zu zehn Interessierte würden zu den Terminen kommen, sagt er. Auch über das Telefon bekomme er zahlreiche Anfragen. „Die Onleihe ist relativ problemlos und einfach. Natürlich könnte es immer noch besser sein, aber das liegt dann eher am System.“

Und auch sein Ziel, mit den E-Books neue Kunden zu erreichen, sei geglückt: In den ersten Monat gab es 145 Neu-Anmeldungen. Insgesamt haben 1733 Springer einen Leseausweis. Dass die Stadtbibliothek ab dem 2. Januar die Öffnungszeiten ändert, habe nichts mit der elektronischen Ausleihe zu tun, betont Maxam. „Wir fahren, entgegen aller Befürchtungen, das reguläre Medienangebot nicht zurück, auch wenn jetzt natürlich Doppelungen vermieden werden sollen.“

Und auch an den 26 Wochenstunden, in denen die Einrichtung geöffnet hat, ändert sich nichts. Dafür aber an der Aufteilung: Dienstags hat die Bibliothek künftig von 10 bis 13 und 14 bis 19 Uhr geöffnet. Mittwochs, donnerstags und freitags von 10 bis 13 und 14 bis 17 Uhr. „So soll man sich die Öffnungszeiten leichter merken können, auch wenn es für viele erst einmal eine Umstellung ist“, weiß Maxam. Die neuen Zeiten seien auch eine Empfehlung des Qualifizierungs-Teams gewesen. Im Spätsommer bekam die Bibliothek die Auszeichnung „Qualität und Siegel“. „Da steckt viel Arbeit dahinter und wir sind froh, dass wir es geschafft haben“, sagt Maxam. Die Prüfer haben in diesem Zuge auch empfohlen, den Bestand der Bibliothek zu prüfen. „Da sind wir sogar gewachsen mit der elektronischen Ausleihe. Die Menge der Medien, nämlich 35 000, bleibt.“

Überrascht ist Maxam über die hohe Nachfrage bei Zeitschriften. Derzeit stehen den Springern 60 verschiedene Magazine zur Auswahl. „Quotenbringer sind auch Reiseführer und die Hörbücher, das wollen wir gerne ausbauen.“

2018 will Maxam vermehrt auf Veranstaltungen setzen – und einen Spiele-Bereich schaffen. Mit Spielekonsolen will Maxam auch die Jüngeren erreichen. Die Kultur sei in Springe mit einem Stammtisch gut vernetzt. Das wünsche er sich auch für den Bereich Bildung ¨– und hofft auf eine engere Kooperation mit den Schulen. „Außerdem habe ich die Idee, einen 3 D-Drucker anzuschaffen, damit haben andere Kollegen schon gute Erfahrungen gemacht. Noch ist aber nichts spruchreif.“

Im kommenden Jahr wird Maxam wieder ausbilden. Aus finanziellen Gründen kippte die Stadt die Stelle zwischenzeitlich. „Nach acht Jahren Pause beginnen wir wieder mit einer Ausbildung, darüber sind wir sehr froh.“ Die Stelle sei heiß begehrt gewesen. 20 Interessierte – auch aus anderen Bundesländern – hätten sich beworben: „Nachwuchs wird in unserer Branche dringend benötigt.“

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