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Stadt will sich nicht von ihrer Kita „Rote Schule“ trennen

SPRINGE. Wesentlich günstiger als die Stadt kann es keiner: Mit dieser Erkenntnis wirbt die Verwaltung dafür, keinen externen Betreiber mehr für die Kita „Rote Schule“ zu suchen. Denn: Egal, welcher Träger im Gebäude das Sagen hat, am Ende jedes Jahres steht ein Defizit in Höhe von mindestens 340 000 Euro.

Soll in städtischer Trägerschaft bleiben: die Kita „Rote Schule“. Foto: Mischer
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Marita Scheffler Redakteurin zur Autorenseite

Die Kita, die Krippen-, Kindergarten- und Hortgruppen umfasst, war bis vor vier Jahren der evangelischen Kirche zugeordnet. Dann kündigte die Stadt die Verträge. Das damalige Hauptargument: Die Einrichtung sei viel zu teuer. Ein Rechtsstreit folgte, weshalb die anvisierte schnelle Neuvergabe scheiterte. Im Sommer 2014 musste die Stadt schließlich selbst das Ruder übernehmen.

Bis heute wird offiziell ein neuer Betreiber gesucht. Das Verfahren verzögerte sich allerdings wieder und wieder. Nach dem jetzt abgeschlossenen Erkundungsverfahren möchte die Stadt endlich einen Schlusspunkt unter die Sache setzen. Sie wird die Politik erstmals im Sozialausschuss in dieser Woche darum bitten, für den dauerhaften Verbleib der „Roten Schule“ in Stadt-Hand zu stimmen.

Aus der Sicht von Vize-Verwaltungschef Clemens Gebauer geht es letztlich nicht nur ums Geld. Es werde der Stadt auch keinesfalls schaden, eine „Referenz-Kita, die Best-Practice-Beispiele abbilden“ könne, vorzuhalten. Eine eigene Kita könne einfacher an Projekten und Förderprogrammen teilnehmen. „Die wirtschaftlichen Risiken sind demgegenüber überschaubar“, argumentiert Gebauer.

Anfangs hieß es, ein externer Träger könne das Minus auf rund 200 000 Euro im Jahr drücken. Mittlerweile stehe fest: Merklich günstiger heißt auch, dass die Betreuungszeiten drastisch zusammengestrichen werden müssten. Genau das wolle aber niemand.

Elf potenzielle Interessenten standen zu Beginn auf der Liste. Im Lauf des Verfahrens blieben noch vier übrig, so Gebauer. Eine verwertbare Kalkulation liege von drei Bewerbern vor. Er möchte das Verfahren jetzt schnell abschließen. Auch, damit für die Eltern und Erzieher die jahrelange Hängepartie zu Ende geht.

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