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Pläne stoßen bei Grundstückseigentümern auf wenig Gegenliebe / Derzeit kein Geld im Haushalt

Stadt will Neuregelung für Bisongelände

Springe (mf/zett). 23 000 Euro sollen ein Problem beseitigen, das die Stadt seit über 20 Jahren plagt. Immer wieder wollen sich verschiedene Firmen auf dem Bison-Gelände ansiedeln. Doch das ist noch immer als reines Industriegebiet ausgewiesen – und das macht die Sache kompliziert. Nun will die Stadt den Bebauungsplan anpassen: Aus der gut 150 000 Quadratmeter großen Fläche soll ein Misch- oder Gewerbegebiet werden. Doch das gefällt nicht jedem.


Für Baufachbereichsleiter Hermann Aden wird es nach eigenen Angaben immer komplizierter, bei Ansiedlungswünschen mit Ausnahmegenehmigungen zu arbeiten. „Wir mussten zwar noch niemanden abweisen, aber der Arbeitsaufwand steigt.“ Fitnessstudio und Fahrschule habe man zwar doch unterbringen können: „Aber eigentlich hat das in einem reinen Industriegebiet nichts zu suchen.“

Doch warum hat Aden trotz der Probleme so lange gezögert, Geld in den Haushalt einzustellen? „Ich hatte immer gehofft, wir könnten das mit dem eigenen Personal leisten.“ Doch die Mitarbeiter seien mehr als ausgelastet – jetzt soll eine externe Firma an das langwierige Verfahren ran. Langwierig auch, weil auf die schon ansässigen Nutzer des Geländes einige Einschränkungen zukommen dürften: „Wenn sie da mit ihrem Industriebetrieb mitten drin sind, dürften sie in einem Gewerbe- oder Mischgebiet natürlich nicht mehr so viel Lärm machen“, erklärt Aden: „Das werden wir mit den Beteiligten intensiv diskutieren müssen.“ Möglicherweise soll auch eine Erschließungsstraße für kleinere Gebäude auf dem Gelände angelegt werden.

Bei den Flächeneigentümern hält sich die Begeisterung in Grenzen. Sie sehen wenig Nutzen in einem Bebauungsplan, fürchten zudem auf sie zukommende Kosten. Die Firma Sprimo GmbH und Co KG beispielsweise, mit 85 000 Quadratmeter Fläche größte Grundstücksbesitzerin auf dem Bisongelände, hat sämtliche Hallen belegt, unter anderem durch 22 Mieter. Ein Bebauungsplan brächte ihr wenig Gewinn, dafür aber vermutlich eine Vielzahl von Auflagen ein, die es durch den Bestandschutz jetzt nicht gibt. Außerdem, so heißt es im Unternehmen, sei doch in unmittelbarer Nachbarschaft seit Jahren ein Gewerbegebiet ausgewiesen, für das sich kaum jemand interessiere.

Auch Binos-Chef Bernd Greten hat wenig Interesse an einem Bebauungsplan. Er bestätigte auf Anfrage, dass es einen Interessenten für die leer stehenden Etagen seines sanierten Bürogebäudes gibt. Doch auch ohne Bebauungsplan gebe es da wohl keine Probleme, glaubt Greten.

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