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Auch ohne gesetzliche Vorgabe: Eigentümer sollen Dichtigkeitsnachweis erbringen

Stadt will Hausbesitzer per Satzung verpflichten

Springe (mf). Obwohl das Land Niedersachsen überraschend zurückgerudert ist, will die Stadt Springe alle Hauseigentümer zu einer sogenannten Dichtigkeitsprüfung verpflichten. Bis spätestens 2019 müssen die Betroffenen den Nachweis erbringen, dass ihre Kanalisationsanschlüsse einwandfrei funktionieren.

Tiefbauamtsleiter Dieter Erdmann bereitet das viele Fremdwasser

Umweltminister Hans-Heinrich Sander hatte am Mittwoch klargestellt, dass „anders als in Nordrhein-Westfalen die niedersächsischen Betreiber von privaten Abwasseranschlussleitungen gesetzlich nicht verpflichtet sind, Dichtheitsprüfungen an ihren Leitungen vornehmen zu lassen“. Betroffen sei ausschließlich die öffentliche Kanalisation. Das sei das Ergebnis einer erneuten Prüfung der Rechtslage. Den Kommunen stehe es aber frei, selbst eine Verpflichtung für Hausbesitzer in ihrer Abwassersatzung festzuschreiben.

Das Thema hatte in den vergangenen Wochen landesweit für große Verunsicherung gesorgt – besonders wegen der auf die Eigentümer zukommenden Kostenbelastung. Springes Tiefbauamtsleiter Dieter Erdmann zeigte sich über die jüngste Kehrtwende in Hannover „sehr verwundert“. Die Stadt werde aber in jedem Fall an der Vorgabe für Hausbesitzer festhalten, kündigte er an, „schließlich haben wir in Springe seit Jahren massive Probleme mit Fremdwasser“. Tatsache sei, dass es viele undichte Leitungen gebe, vor allem in den Wintermonaten werde die Kanalisation stark belastet, was zu hohen wirtschaftlichen Schäden führe.

Eine bereits 2005 in Kraft getretene Satzung verpflichtet alle Hausbesitzer, bis 2019 eine Untersuchung ihrer Hausanschlüsse von einer zertifizierten Firma durchführen zu lassen. Die Kosten schätzt Erdmann auf 300 bis 400 Euro. Wenn auf dem Grundstück noch kein sogenannter Übergabeschacht vorhanden ist, könne es mit 1000 bis 2000 Euro deutlich teurer werden. Ausnahmen für Besitzer von Neubauten wird es nicht geben. Ursache von Undichtigkeiten sei nämlich häufig nicht Materialermüdung, sondern ein Fehler beim Verlegen der Rohre, was auch neue Häuser betreffen könne. Erdmann warnt die Besitzer in diesem Zusammenhang vor dubiosen Firmen, die sich unter dem Vorwand einer Überprüfung als städtische Mitarbeiter ausgeben. „Wir können nur an alle appellieren, erst mit uns zu sprechen, bevor etwas veranlasst wird.“

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