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Springfeld will Stadt weiter als familienfreundlich bewerben

SPRINGE. Im März war der Moment wieder gekommen: Die Politik diskutierte über die Umwandlung eines Spielplatzes in Bauland. Und im Ausschuss gab es Ärger von den Bürgern: Springe bezeichne sich als familienfreundliche Stadt – und schließe Spielplätze?

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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Zehn Jahre ist es jetzt her, dass Springe einen Preis bekam; hauptsächlich für das Konzept des Familienbüros in eigenen Räumen. Das Büro gibt es noch, es ist weit weniger präsent und eingedampft. Und dieses Etikett „familienfreundlich“? Es fliegt der Stadt bei fast jeder Gelegenheit um die Ohren: Kita-Gebühren, Schulstandort-Debatten, Spielplatz-Überlegungen, Baugrundstückmangel – immer wieder klagen die Betroffenen, familienfreundlich gehe jawohl bitte anders.

Bürgermeister Christian Springfeld zuckt erst mal mit den Schultern: „So ist das eben, wenn man sich so ein Label gibt – dann haben die Leute Ansprüche, und das zurecht.“

Ansprüche, denen die Stadt nicht immer genügt? „Familienfreundlichkeit ist unser Ziel – aber eben nicht unser einziges Ziel. Und da muss man manchmal eben auch andere Interessen sehen.“ Beispiel Spielplatz: Stadt und Politik hatten sich auf eine ganze Reihe Flächen verständigt, die nicht mehr unterhalten werden sollen. „Weniger schöne Spielplätze sind aus meiner Sicht nicht familienunfreundlicher als viele, die man mit unseren begrenzten Mitteln nicht pflegen kann“, sagt der Bürgermeister.

Er will sich weiter an dem Label messen lassen: „Wir tun unser Bestmögliches. Aber manchmal ist eben das, was für einzelne ein Nachteil ist, ein Vorteil für viele.“ Ähnlich hatte die Stadt auch argumentiert, als vor einigen Jahren – vor Springfelds Amtszeit – über die Schließung der Kita Holtensen gestritten wurde – ebenfalls mit dem Argument der Familienfreundlichkeit auf Seiten der Gegner. Die Stadt selbst wollte Kita-Synergien in Eldagsen schaffen. Die Politik entschied schließlich dagegen – und zuletzt wurde die Kita Holtensen sogar erweitert.

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