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Springes Computer kennen keine Homo-Ehe

SPRINGE. So ganz weiß Standesamtleiterin Martina Haugwitz nicht, was sie machen soll, wenn bald zwei Männer oder zwei Frauen vor ihr stehen, die eine vollwertige Ehe schließen möchten. Sie freut sich auf die erste gleichgeschlechtliche Trauung in Springe – allein das Computerprogramm hinkt dem Zeitgeist hinterher.

Das Computerprogramm im Standesamt hinkt hinterher. FOTO: RTM

„Wir hoffen, dass die Software schnellstmöglich aktualisiert wird“, sagt Haugwitz. Mehr als warten könne sie derzeit nicht. Jetzt könnte man ächzen, Springe liege wohl zu weit hinterm Deister. Das Problem ist jedoch im großen Frankfurt beheimatet. Dort sitzt der Monopolist, der für das Computerprogramm in allen deutschen Standesämtern verantwortlich ist und auch die Anpassung vornehmen muss. Eine Kleinigkeit, möchte man denken. Das Update soll es aber erst im Herbst kommenden Jahres geben.

Die „Ehe für alle“ gibt es dagegen schon ab Oktober diesen Jahres. Schwule und Lesben können dann genauso heiraten wie heterosexuelle Paare. Bislang müssen sie sich mit einer Lebenspartnerschaften begnügen.

Das Personenstandsregister nimmt auch künftig nur die Kombination Ehemann und Ehefrau an. Das führt dazu, dass Homo-Paare ihre Liebe nur dann beurkunden lassen könnten, wenn einer von beiden formal als „Mann“ und der andere als „Frau“ geführt wird. Ein Umstand, den Haugwitz als sehr unglücklich bezeichnet. Wann in Springe die erste gleichgeschlechtliche Hochzeit gefeiert wird, ist noch nicht bekannt. „Wir haben bislang nur Anfragen zu Umwandlungen“, so Haugwitz. Soll heißen: Paare, die in den vergangenen Jahren eine Lebenspartnerschaft eingegangen sind, wollen ihre Verbindung aufwerten. Das können sie ab Oktober auch ohne erneute Heirat. Zur genauen Anzahl der ihr vorliegenden Anfragen möchte sich Haugwitz nicht äußern. „Es sind aber einige.“mari

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