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Springer Obstbauer erwartet magere Apfelernte

GESTORF. Der späte Frost im Frühjahr trägt an vielen Apfelbäumen traurige Früchte. Oft gibt‘s nur eine magere Ernte. Obstbauer Carsten Sustrate spricht auf Streuobstwiesen und Gärten von Einbußen bis zu 80 Prozent. Bemerkbar macht sich das für ihn an der Apfelpresse, wo er als Lohnmoster Obst in Saft verwandelt.

Rot und saftig: Carsten Sustrate erntet die Sorte Gala. Foto: Br

Autor:

Anne Brinkmann-Thies

Die Mostsaison für Äpfel hat begonnen, doch noch ist es ruhig an der Presse auf dem Sustratschen Hof. „Nichts los“, sagt Obstbauer Sustrate. Die Sorten rund um die Gruppe der Renetten ebenso wie die Sorte Cox Orange sollten jetzt reif sein für die Ernte. Doch weil im April ein später Frost lokal zu großen Ausfällen führte, bleiben nun etliche Apfelbäume ohne nennenswerten Ertrag. Dazu komme ein überregionales sortenspezifisches Problem. Bei der Sorte Braeburn gebe es – unabhängig von Frostschäden – sehr große Ausfälle. „Das ist ein Phänomen und man weiß die Ursache noch nicht“, sagt der Obstbauer.

Niedersachsenweit, so eine vom Statistischen Bundesamt veröffentlichte Schätzung, wird die Erntemenge im professionellen Anbau in Niedersachsen nur bei etwa 200 000 Tonnen liegen. Das wären 120 000 Tonnen weniger als im Vorjahr.

Qualitativ rechnet Carsten Sustrate mit einer guten Ernte


Ob der Frost in die Blüte gefahren ist, hängt davon ab, wo die Bäume stehen, erklärt Sustrate. Die meisten seiner Bäume gedeihen auf Hanglagen. Weil kalte Luft nach unten fällt, blieben die Blüten deshalb größtenteils von Schäden verschont. Qualitativ rechnet der Obstbauer sogar mit einer sehr guten Ernte, besonders bei den Sorten Elstar und Gala. Wegen der derzeit kühlen Witterung ist die Reife derzeit allerdings bei allen Sorten verzögert. Damit verzögere sich die Ernte durchschnittlich um etwa zehn Tage, erklärt Sustrate.

Auf 15 Hektar wachsen bei dem Obstbauern aus Gestorf verschiedene Apfelsorten, dazu kommt ein weiterer Hektar mit Kirsch- und Zwetschenbäumen. Sustrate vermarktet seine Äpfel nicht nur im eigenen Hofladen, sondern beliefert auch den regionalen Lebensmitteleinzelhandel. Die Kunden setzten beim Kauf auf regionale Produkte.

„Das spielt uns in die Hände, wir sind mit der Vermarktungssituation sehr zufrieden“, so Sustrate. Auch mit der in diesem Jahr wohl schwach ausfallenden Lohnmost-Saison kann der Obstbauer leben. „Wir hatten zuvor zwei sehr erntereiche Jahre“, erinnert er. Diesmal sei das nun einmal anders.

Und noch setzt Sustrate auch darauf, dass bei den spät blühenden Sorten der Ernteausfall geringer ist.

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